Middle East here we come!

Jordanien / 24.10. – 10.11.2022

In Amman der Hauptstadt von Jordanien bleiben wir drei Tage und gewöhnen uns langsam an arabische Sitten und Gebräuche. Wir sind beeindruckt von der kulturellen Vielfalt, der Lebhaftigkeit und der Grösse der Stadt, die sich über mehrere Hügelzüge ausdehnt. Wir besuchen das römische Theater, die Zitadelle von Amman und schlendern durch den Souk. Wir geniessen das angenehme Klima, die vielen verschiedenen Eindrücke und das feine Essen. Wir fühlen uns wohl und sicher und können uns ungehindert in der Stadt bewegen. Die Stadt fühlt sich recht touristisch an. Die Leute sind freundlich und hilfsbereit und immer wieder fühlen wir uns um ein paar Jahrzehnte in die Vergangenheit zurück versetzt – in unsere Zeit in Kuwait…

Wir haben nun (im besten Fall) noch acht Tage bis wir am Hafen von Aqaba unser Auto auslösen können. Diese Zeit wollen wir nutzen, um einige der Sehenswürdigkeiten Jordaniens zu besuchen. Dazu planen wir über den Kings Highway von Amman nach Aqaba am Roten Meer zu fahren und mittels einiger Abstecher nach links und rechts diesen Teil des Landes etwas kennen zu lernen.
24.-26.10.2022

Unsere Fahrt in den Süden beginnt am Flughafen von Amman, wo wir ein Auto mieten. Dann fahren wir Richtung Osten zum Wüstenschloss Qasr Amra (UNESCO-Welterbe). Dieses für sich allein in der Wüste stehende kleine «Schloss» stammt aus dem frühen achten Jahrhundert und ist berühmt für seine gut erhaltenen Fresken.

In Madaba der Stadt der Mosaiken in der Agglomeration von Amman bleiben wir ebenfalls drei Tage. Wir bestaunen verschiedene dieser berühmten Kunstwerke, die in dieser Stadt in einer Vielzahl vorhanden sind. Das bedeutendste davon ist die älteste im Original erhaltene Karte des Heiligen Landes (Palästina). Die Karte stammt aus dem mittleren sechsten Jahrhundert n. Chr. und verortet wichtige christliche Pilgerstätten auf beiden Seiten des Jordan mit unglaublicher Genauigkeit. Das Mosaik befindet sich auf dem Fussboden der Griechisch-Orthodoxen Kirche St. Georg in Madaba. Ursprünglich hatte das Mosaik eine Länge von 21 m und eine Breite von 7 m und es bestand aus über zwei Millionen Mosaiksteinen.

Wenige Kilometer von Madaba entfernt befindet sich der heilige Berg Nebo (808 m). Dieser gilt als der Ort, von dem aus Mose das Heilige Land sehen durfte, er jedoch sterben musste, ohne dieses selbst betreten zu haben. Der Berg bietet eine wundschöne Aussicht zum Toten Meer und über das Jordantal.

Die Baptisme Site (UNESCO-Welterbe) in Bethanien jenseits des Jordan liegt auf jordanischem Gebiet und ist nachweislich die Stätte, an der Jesus von Nazareth von Johannes dem Täufer getauft wurde. Von der Jordanischen Seite her ist die Baptisme Site 2002 für Besuchende wieder täglich zugänglich.

Auf dem Weg zum Toten Meer besuchen wir Mukawir (Machaerus), wo zu Zeiten Jesu auf einem freistehenden Hügel inmitten einer gebirgigen wüstenähnlichen Landschaft ein Befestigungspalast von Herodes Antipas stand. Überlieferungen zufolge wurde Johannes der Täufer in dieser Festung gefangen gehalten, bis er dann im Auftrag von Herodes enthauptet wurde. Die Fahrt zu dieser Stätte führt durch eindrücklich gebirgige Landschaften. Tiefe Täler wechseln sich ab mit Gebirgszügen und offener Sicht zum Toten Meer.
27.-29.10.2022

Die Weiterfahrt auf dem Kings Highway hält noch viel für uns bereit. So besuchen wir Umm Ar Rasas (UNESCO-Welterbe), queren wir das Wadi Mujib und besuchen am späten Nachmittag Al Karak.

Spätabends treffen wir in der Nabatäer Stadt Petra (UNESCO-Welterbe) ein. Dieser Ort ist während einer Reise durch Jordanien Pflicht. Trotz einiger Bedenken betreffend den diesbezüglich nicht zu übersehenden Massentourismus, lassen wir uns auf eine Besichtigung ein. Auf dem riesigen Gebiet verteilen sich die Menschenmengen gut und die vor Ort lebenden Beduinen tragen viel zu einem angenehmen Aufenthalt bei. Während drei Tagen lassen wir uns von diesem magischen Ort verzaubern. Auf mehreren Wanderungen können wir das Gebiet aus unterschiedlichsten Perspektiven erleben. Immer wieder bleiben wir gebannt stehen und bewundern nie zuvor gesehene Phänomene der Natur im Wechsel mit von Menschenhand kreierten Meisterwerken. Petra ist unserer Meinung nach absolut zurecht auf der «must have done in a lifetime» Liste.

Am Nachmittag des 1. November entschliessen wir uns, Petra zu verlassen und nach Aqaba weiterzufahren. In der Zwischenzeit wurden wir allerdings informiert, dass die Jolly Quarzo (Containerschiff und Ro/Ro Fähre) und somit auch unser Churi frühestens am 4. November in Aqaba eintreffen werden.
30.10.-01.11.2022

In Aqaba kommen wir wie mit Basel abgemacht ein paar Tage vor dem geplanten Eintreffen der Jolly Quarzo an. Das berühmte Wadi Rum lassen wir links liegen, da wir davon ausgehen, dass wir in Saudi-Arabien mehrfach die Möglichkeit haben werden, in der Wüste zu campen und den berühmten Wüsten-Sternenhimmel zu bewundern. Zudem würde uns dieser im Wadi Rum jetzt nicht gegönnt sein, da zurzeit das Licht des Mondes die Sterne schluckt.

Aqaba ist die einzige Hafenstadt Jordaniens. Sie liegt am Roten Meer ca. 20 km Luftlinie von der Grenze zu Saudi- Arabien. Die Stadt ist eine beliebte Feriendestination für die einheimische Bevölkerung wie auch für benachbarte Saudis, die nach Aqaba kommen, um Ferien zu machen und einzukaufen. Auch in vielen anderen Ländern scheint Jordanien als Feriendestination bekannt und wir treffen im quirlig lebendigen Aqaba verschiedenste Nationalitäten. Viele kommen nach Aqaba um im Roten Meer zu tauchen oder die bunte Unterwasserwelt beim Schnorcheln zu bewundern.

Umgehend nach Ankunft kontaktieren wir die vor Ort zuständige Speditionsfirma, um die für den Einführungsprozess erforderlichen Originalpapiere zu übergeben. Da die Jolly Quarzo in Neapel einen Zwischenstopp eingelegt hat, legt sie statt wie angenommen am Mittwoch erst am Freitag in Aqaba an. In islamischen Gebieten ist von Donnerstagnachmittag bis Samstagabend Wochenende. Die Rückmeldung der für den «Clearance-Prozess» zuständigen Person lautet entsprechend: «Mit dem Einführungsprozedere kann wegen des Wochenendes frühestens am Sonntag begonnen werden. Wir melden uns, sobald die erforderlichen Arbeiten so weit erledigt sind, dass wir die Originalpapiere brauchen».

Wir schalten also einige Gänge zurück und «geniessen» das Hotelleben. Aqaba eignet sich dazu recht gut, obwohl die meisten Hotels zurzeit aufgrund der Sofex-Konferenz 2022 und der touristischen Hochsaison ausgebucht sind. Entsprechend üben wir uns im Reservieren von Zimmern und lernen in der Folge verschiedenste Hotels kennen. Die Stimmung in der Stadt empfinden wir als gelöst, die lokale Bevölkerung ist offen, freundlich und hilfsbereit, das Essen ist durchs Band sehr gut, die Temperaturen sommerlich und das Wetter strahlend schön. So können wir in Ruhe auf unser Auto warten und die Weiterreise vorbereiten.

Am Dienstagnachmittag ca. 14.00 Uhr erhalten wir die Information, dass alles geregelt sei. Wir würden im Hotel abgeholt, um auf dem Zollgelände einige Papiere zu unterschreiben, dann könne das Auto am Hafen ausgelöst werden. Nach zweieinhalb Stunden beim Zoll, Diskussionen betreffend Versicherung, Teetrinken und nochmaliger Erläuterung der Bedeutung des Carnet de Passage und der notwendigen Stempel werden wir zum Hafen gefahren. Nach weiteren dreieinhalb Stunden geht nichts mehr, weil das «Main-System» ausgestiegen ist. So machen wir uns auf den Rückweg, verlängern unsern Aufenthalt im Hotel und hoffen auf morgen.

Am Mittwochnachmittag um 14.00 Uhr können wir unser Auto in bestem Zustand in Empfang nehmen. Wir freuen uns wie kleine Kinder an Weihnachten. Ganz herzlichen Dank an die beiden Helfer, die das möglich gemacht haben. Wir machen uns umgehend auf, Vorräte einzukaufen und Wasser aufzufüllen. Dann folgt die vorläufig letzte Nacht im Hotel und morgen geht’s los Richtung Saudi-Arabien.
02.-10.11.2022