….. zwischen UAE und Qatar
13.-14.02.2023
Am 22. Dezember 2022 verlassen wir Saudi-Arabien, um die kommenden Wochen in Oman zu verbringen. Während sechseinhalb Wochen dürfen wir ein wunderschönes Land mit aussergewöhnlich gastfreundlichen Menschen kennen lernen. Vom omanischen Grenzposten «Khatmat Milaha» reisen wir anschliessend in die «United Arab Emirates» (UAE) ein. Für die Erkundung der sieben Emirate nehmen wir uns acht Tage Zeit und mit der Wieder-Einreise nach Saudi-Arabien schliessen wir unseren Aufenthalt in den UAE ab.
Die Einreise anch Saudi-Arabien verläuft ohne Schwierigkeiten und innert Kürze befinden wir uns auf dem Gebiet der Stadt «Al Batha», die wir vor knapp acht Wochen anlässlich unserer Fahrt durch die Rub’ al Khali nach Ibri in Oman kurz besucht haben.

Nach einer Stunde Fahrt erreichen wir einen für Saudi-Arabien typischen Picknick-Park an der Küste. Der Park ist wunderschön gelegen und riesengross. Er ist ausgestattet mit Sportanlagen, Spielplätzen, Schatten spendenden Palmen, Rasenflächen und sanitären Anlagen und alles befindet sich in fast perfektem Zustand. Allerdings sind wir neben den heimischen Vögeln die einzigen Lebewesen, die die riesige Anlage nutzen. Auch die nagelneue ca. zwei Kilometer entfernte Stadt ist menschenleer, was der Gegend etwas Gespenstisches verleiht. Dieser Eindruck wird durch aufziehenden Nebel wirkungsvoll verstärkt. Wir lassen uns mit einem ausführlichen Spaziergang auf die ungewöhnliche Stimmung ein und nach einer äusserst ruhigen und wahrscheinlich geisterfreien Nacht verlassen wir diesen ungewöhnlichen Ort in Richtung «Qatar».


….. zwischen Qatar und Bahrain
16.-20.02.2023
Aufgrund des Sandsturms auf der Fahrt von Qatar über die Grenze bei «Salva» und weiter nach «Al Hofuf» verlangen die Strassenverhältnisse volle Konzentration, da der starke, böige Wind Sand aus der Wüste auf die Fahrbahn verfrachtet, wo sich umgehend kleine Dünen bilden. Bedingungen, die dem Fahren durch Schneegestöber und Schneeverwehungen nicht unähnlich sind.

Nach drei Tagen lässt der Wind nach. In der Zwischenzeit haben wir Al Hofuf, auch «Al-Ahsa» genannt, erreicht. Die Stadt Al Hofuf wurde in der grössten Oase der Welt gegründet und hat heute zusammen mit ihren Vororten und einigen kleineren Siedlungen insgesamt ca. 850’000 Einwohnende. Wir übernachten im «Al-Ahsa National Park», der 1962 angelegt wurde, um zu verhindern, dass sich die Wüste weiter in die Oase hinein ausbreitet.

In Al Hofuf schlendern wir durch den Souk «Al Qaisariah», der zusammen mit Teilen der Altstadt viel von seiner Authentizität behalten konnte. Der Souk gilt als einer der ältesten Märkte Arabiens. Im Jahr 2018 wurde er von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt.



Am Rand der Oase liegt der «Jabal Al-Qarah». Dabei handelt es sich um Felsformationen, die von Wasser und Wind teilweise ausgehöhlt wurden, wodurch sich Höhlensysteme gebildet haben. Das wohl berühmteste dieser Systeme ist am längsten Ort ca. 1,5 Kilometer lang mit mehreren Verzweigungen. Ein Spaziergang durch die Gänge dieses Höhlensystems ist dank den konstanten Temperaturen um ca. 20 Grad vor allem im Sommer ein erfrischendes Erlebnis.




Beim Besuch des «King Abdullah Environmental Parks», an dessen Rand wir übernachten, unterhalten wir uns anderntags mit der Inhaberin eines Verpflegungsstandes. Innert Kürze sind wir umringt von Frauen, alle eingehüllt in einen «Tschador» und mit verschleiertem Gesicht. Wir werden über unsere Reise und unsere Eindrücke von Saudi-Arabien befragt und weit über unsere Bestellung hinaus mit allerlei saudischen Spezialitäten verwöhnt. Es ergibt sich eine angeregte und lustige Gesprächsrunde, die uns in Gedanken noch einige Zeit begleitet.
Nach unserem Aufenthalt in Al Hofuf fahren wir nochmals ins Landesinnere um beim «Judas Thumb» ein letztes Mal in einer Wüste Saudi-Arabiens zu übernachten. Am Ziel angekommen, können wir die prächtige Wüstenlandschaft und das tadellose Wetter unerwarteterweise ganz für uns allein geniessen. Erholt und beeindruckt von der Ruhe und Leichtigkeit dieses Ortes, fahren wir am kommenden Morgen an die Grenze, um nach Bahrain einzureisen.



….. zwischen Bahrain und Kuwait
23.-26.02.2023
Für die Grenzübertritte von Bahrain zurück nach Saudi-Arabien benötigen wir insgesamt eine Stunde, was ein bisheriger Rekord ist. Während der Fahrt zurück über den «King Fahd Causeway» geht die Sonne unter und auf dem Meer entsteht eine dünne Nebelschicht. Die blaugoldene Stimmung begleitet uns bis ans andere Ende des Causeways und zu unserem Übernachtungsplatz am Strand von «Al Khobar».

Am nächsten Tag steht das «King Abdulaziz Center for World Culture» oder «Ithra» (arabisch für Bereicherung) auf unserem Programm. Das futuristische Gebäude, in saudi-arabisch gigantischen Dimensionen, ist ein architektonisches Meisterwerk, das aussen wie innen aus besten, perfekt verarbeiteten Materialien besteht. Das in seiner Art und Grösse in Saudi-Arabien einmalige Gebäude beinhaltet mehrere Restaurants, ein Museum, mehrere Galerien für wechselnde Ausstellungen, ein Theater, ein Kino und eine riesige Bibliothek, die vier Stockwerke einnimmt und Besuchenden täglich zur Verfügung steht. Da Saudi-Arabien an diesem Wochenende seinen «Founding Day» (Gründungstag) feiert, finden auch in der Gartenanlage allerlei Aktivitäten statt. Das zahlreich angereiste Publikum besteht mehrheitlich aus Familien und es herrscht eine heitere, aufgestellte Stimmung.




Am späten Nachmittag verlassen wir Ithra in Richtung «Al-Jubail», der nächsten Station auf unserem Weg nach «Kuwait». Die Gegend um Al-Jubail wurde 1975 von der Regierung Saudi-Arabiens als Standort für «The New Industrial City» ausgewählt. Die neue Stadt wurde auf dem Reissbrett geplant und entsprechend erstellt. Sie besteht einerseits aus 19 verschiedenen Industrieanlagen und andererseits aus Wohngebieten, die auf einer mit dem Festland verbundenen Insel errichtet wurden. Al-Jubail erweist sich heute als moderne, grosszügig angelegte Stadt mit guter Infrastruktur und einer gepflegten Corniche. Die Strassen sind gesäumt von Bäumen, Blumen und Gräsern. Der Park und der öffentliche Strand sind gut unterhalten, sehr sauber und mit mehreren öffentlich zugänglichen Trinkwassersäulen versehen. Aufgrund von kürzlichen Regenfällen ist es während unseres Aufenthaltes weit herum grün und der Boden ist bedeckt von einem Teppich aus gelben Wildblumen.

Wir freuen uns über die schöne Umgebung, das gute Wetter und die kühlen Temperaturen und bleiben noch einen Tag. Die Suche nach den normalerweise in der Nähe überwinternden Kolonien von Flamingos und Kormoranen bleibt dann jedoch leider erfolglos.

Während der noch gut 150 Kilometer langen Fahrt an die Grenze von Kuwait begleitet uns dann ein bedeckter Himmel, aus dem in der Ferne Blitze zucken und genau an der Grenze beginnt es zu regnen. Die (hoffentlich) letzte Ausreise aus Saudi-Arabien verläuft schon fast gewohnt problemlos und die Beamten an der saudischen Grenze sind wie üblich freundlich und hilfsbereit.