Island – Woche 2 (gelb)

Der Goðafoss liegt nahe der Ringstrasse und ist daher einer der meistbesuchten Wasserfälle Islands. Auch wir statten ihm einen Besuch ab, bevor wir auf die 842 abbiegen und kurz vor Sonnenuntergang unseren Stellplatz beim Kiðagil Guesthouse erreichen.

Die F 26 bzw. die Sprengisandsleið ist die längste der drei isländischen Hochlandpisten. Als Nord-Süd-Verbindung verläuft sie quasi durch die Mitte Islands. Dabei führt sie zwischen den beiden Gletschergebieten Hofsjökull und Vatnajökull hindurch. Bei der Farm Myri geht die 842 in die F-26 über, die bis zum Aldeyjarfoss auch für Busse und normale Personenwagen ausgebaut ist. Kurz nach dem Wasserfall ist sie dann unbefestigt und nur noch mit 4 x 4 Fahrzeugen zu befahren.

Der Aldeyjarfoss belegt einen der vordersten Plätze auf unserer Rangliste der Wasserfälle Islands. Flankiert von unzähligen kunstvoll arrangierten Basaltsäulen, die den tosenden Wassermassen Spalier stehen, stürzt sich der vom Vatnajökull kommende Skjálfandafljót 20 Meter in die Tiefe.

Dann beginnt die Fahrt über die aus Geröll, Lavakies, Sand und Asche bestehenden endlos scheinenden Ebenen des zentralen Hochlandes, das sich auf 600 bis 800 Metern über Meer befindet. Ein stetiges auf und runter durch Täler und über Hügelzüge. Nur wenige Polsterpflanzen und um diese Jahreszeit goldgelb leuchtende, sich eng auf die sandig kieselige Oberfläche schmiegende Kleinstgehölze halten den hier herrschenden harschen Bedingungen stand. Unterbrochen wird die grauschwarzbraune Einsamkeit von Flussläufen, die als blausilbern glitzernde Bänder durch grüngelbe Moosebenen mäandern oder sich ihren Weg oft unsichtbar durch tiefe Schluchten suchen. Dann und wann glitzert in der Ferne das Wasser eines Sees.

Bei Laugafell, einer der kleinen grünen Oasen, die ab und zu anzutreffen sind, befindet sich ein Campingplatz. Als optimale Ergänzung ist in einem natürlichen Becken eine Thermalquelle gefasst, die Aussicht auf ein anregendes Bad verspricht. Vorerst unterhalten wir uns ausführlich mit der jungen Studentin, welche die kleine Anlage während ihrer Semesterferien für einige Wochen beaufsichtigt und auf unsere Fragen viel Interessantes über die Geschichte der kleinen Siedlung zu berichten weiss. Nach einem ausgiebigen Bad im warmen Wasser und einer erfrischenden Pause setzen wir unsere Reise in den Süden fort.

Wenig später sind in der Ferne die Berge und Gletscher des Vatnajökull und des Hofsjökull rechts der F 26 zu erkennen. Nach der Durchquerung von zwei letzten Furten erreichen wir kurz vor Sonnenuntergang die Gebäude von Nýidalur, die am Fuss des Tungnafellsjökull stehen. Dieser ist mit seinen Nebengipfeln dem Vulkan Bárðarbunga vorgelagert, dem mit 2009 Metern zweithöchsten Berg Islands und dem höchsten Gletschergipfel des Vatnajökull Nationalparks.

Aus der Vogelperspektive betrachtet, liegt Nýidalur ziemlich genau zwischen den beiden Gletschergebieten. Diese Lage wirkt sich fühlbar auf die Temperatur aus und mittlerweile ist es empfindlich kalt. So kuscheln wir uns nach einem Sandwich und einer Suppe in der gemütlichen Hütte umgehend in unsere Schlafsäcke im Churi.

Ziel unserer Fahrt ist das nun noch rund 130 Kilometer entfernte Gebiet Landmannalaugar. Landmannalaugar liegt im südlichen Hochland auf einer Höhe von ca. 600 Metern und ist Teil des Naturschutzgebietes Fjallabak. Der Besuch dieser Gegend ist ein Muss einer jeden Islandreise.

In gemächlichem Tempo setzen wir unsere Fahrt in den Süden fort. Aus der Ferne begleiten uns die Gletscher des Vatnajökull noch für einige Zeit und nach ca. 60 Kilometern erreichen wir den grössten Stausee Islands, den Þórisvatn. Ab hier ist die Piste befestigt und gut ausgebaut und wir kommen zügig voran. Vom Abzweiger auf die 208 sind es dann noch ca. 30 Kilometer bis ins Camp bei Landmannalaugar.

Der Verkehr ist nun bedeutend lebhafter, was gewöhnungsbedürftig ist, da wir auf der F 26 fast immer allein unterwegs waren. Überrascht weichen wir zum Beispiel einem grossen Reisebus aus, der ziemlich selbstbewusst die ganze Strasse für sich beansprucht. Je länger wir Richtung Süden unterwegs sind, desto spektakulärer wird die Landschaft und schon bald wird uns klar, wieso Landmannalaugar als eine der schönsten Gegenden Islands gilt.

Das weitläufige Camp von Landmannalaugar ist von Bergen umgeben und um zu den Stellplätzen zu gelangen, müssen wir noch zwei Furten durchqueren. Im Camp herrscht nun am späteren Nachmittag reger Betrieb. Wir erfahren, dass Landmannalaugar während des Sommers von Reykjavik aus auch mit dem ÖV zu erreichen ist. Damit erklärt sich unsere Begegnung mit dem Reisebus und die Anwesenheit mehrerer solcher Busse vor Ort. Im Camp befindet sich ausserdem ein Sanitätsstützpunkt, der mit beeindruckenden Spezialfahrzeugen ausgerüstet ist.

Landmannalaugar ist sensationell schön. Aus mehreren Bergflanken steigen Dampfwolken und die Ebene ist zum Teil von einem riesigen erstarrten Lavafluss überzogen. So erstaunt es uns nicht, dass auch hier eine heisse Quelle zum Baden einlädt. Allerdings ist diese anlässlich unseres nachmittäglichen Rundgangs durch das Camp schon dicht besetzt. Da wir ein paar Tage hier verbringen und die Gegend wandernd erleben wollen, verschieben wir dieses Vergnügen auf den nächsten Tag.

Beim Check-In informiert uns ein freundlicher junger Herr, dass eine landesweite Wetterwarnung ausgegeben worden sei. Es würden Sturmwinde von über 100 km/h erwartet. Für uns heisst das, dass wir unseren geplanten Aufenthalt abkürzen müssen. Allenfalls würde die Möglichkeit bestehen, den Sturm hier auszusitzen. Sollten wir das Camp verlassen wollen, müssten wir morgen gegen 12.00 Uhr mittags aufbrechen, um ausserhalb des Camps noch rechtzeitig einen sicheren Platz zu finden. Wir beschliessen, morgen Vormittag so oder so eine der geplanten Wanderungen zu machen und dann weiter zu entscheiden.

Zeitig brechen wir am andern Morgen auf, wandern über den Bláhnjúkur zum Brennisteinsalda und von dort zurück ins Camp. Der Himmel ist bedeckt und Nebelschwaden hängen zwischen den Bergen. Dann und wann schaffen es einige Sonnenstrahlen durch die Wolken. Das resultierende Farbenspiel ist atemberaubend schön. Berge und Hügel strahlen in Gelb- und Orangetönen und neongrünes Moos an Bergflanken und entlang von Flussläufen setzt zusammen mit dem Schwarz der Lavafelsen eindrückliche Farbakzente. Aufgrund geothermischer Aktivitäten raucht, zischt und faucht es aus kleineren Kratern, Spalten und Löchern. Als einziger nichtfarbiger Berg in Sichtweite steht majestätisch und fast etwas drohend mittendrin der grauschwarze Bláhnjúkur. Die Wanderung ist ein faszinierendes Erlebnis in einer einmalig schönen Umgebung.

Zurück im Camp erfahren wir, dass sich die Wetterlage weiter zugespitzt hat und das ganze Camp im Laufe des Nachmittags geräumt werden muss. Damit lösen sich unsere Wandertage in Landmannalaugar in Luft auf. Froh, dass wir diese einzigartige Gegend trotz allem kurz erleben konnten, verlassen wir am frühen Nachmittag das mittlerweile schon fast leere Camp. Das Bad in der heissen Quelle muss leider noch etwas warten…  

Auf der Suche nach einem geeigneten Übernachtungsplatz zweigen wir nach ein paar Kilometern von der F 225 Richtung Campingplatz Landmannahellir ab. In den sattgrünen Weideflächen begegnet uns eine Reitergruppe, die das noch freundliche Wetter sichtlich geniesst. Beim Campingplatz werden wir freundlich empfangen und umgehend wird uns ein geschützter Platz für die kommende Nacht angeboten. Ein Angebot, das wir gerne annehmen.  

Gleich neben unserem Camper stehen in einem Paddock gut und gern 80 Islandpferde. Wir folgen dem Beispiel der Pferde und stellen uns bzw. unser Auto mit dem richtigen Ende in den auffrischenden Wind. Noch auf dem Areal umherstehende Autos und Anhänger werden weggefahren und was nicht weggeräumt werden kann, wird festgebunden. Aktionen, die uns nun doch etwas beunruhigen. Wie zu erwarten, ist die Nacht sehr stürmisch. Zwar schützt uns unser Platz vor den heftigsten Winden. Trotzdem fühlen wir uns wie in einem Boot auf stürmischer See. In den frühen Morgenstunden lässt der Sturm nach und erleichtert stellen wir fest, dass rundum alles heil geblieben ist. Gut geschaukelt und nicht ganz ausgeschlafen verlassen wir diesen sympathischen Ort und seine hilfsbereiten Menschen ein paar Stunden später, um weiter Richtung Westen zu fahren.

Etwa 35 Kilometer von Landmannlaugar entfernt ragt der aktive Vulkan Hekla in den Himmel. Die immer noch starken Winde und die dicken Wolken, die den Gipfel einhüllen, sind überzeugende Argumente, auf die Wanderung zum Krater auf 1491 Meter zu verzichten.

Nach einer abwechslungsreichen Fahrt durch hellgrüne Hügel und Weideflächen, schwarzrotgraue Vulkangegenden und entlang von Flusslandschaften befinden wir uns wieder in stärker besiedelten Gegenden und damit auch in der Region des Golden Circle. In dieser Region befinden sich auf relativ kleiner Fläche zahlreiche touristische Sehenswürdigkeiten. Zudem ist der Golden Circle von Reykjavík aus einfach und schnell erreichbar. Das hat zur Folge, dass hier ganzjährig viel los ist.

Nach wie vor befinden wir uns im Bereich des Sturmtiefs. Entsprechend windig, kühl und regnerisch präsentiert sich das Wetter. Wir besuchen einige der Attraktionen vor Ort, wie das 1891 gegründete Naturbad Gamla Laugin in Flúðir, das Geothermalgebiet Haukadalur mit dem berühmten Geysir Strokkur und natürlich den Gulfoss, den Goldenen Wasserfall.

Hier stürzt sich der am Langjökull beginnende Gletscherfluss Hvítá über zwei elf bzw. 20 Meter hohe fast im rechten Winkel zueinanderstehende Kaskaden in eine mehr als zwei Kilometer lange und rund 70 Meter tiefe Schlucht. Je nach Wetter und Jahreszeit donnern hier pro Sekunde bis zu 1200 Kubikmeter Wasser in die Tiefe.

Die Gegend um Reykholt mutet an wie ein riesiger Dampfkochtopf unter Hochdruck. Allerorts steigen Dampfwolken aus der Erde. Ein Zeichen dafür, dass hier vielerorts knapp unter dem Boden bis zu 100° C heisses Wasser fliesst. Die im Überfluss vorhandene thermische Energie wird zunehmend auch für die Produktion von eigenem Gemüse genutzt, um Islands Abhängigkeit von Importen zu reduzieren. Entsprechende Produktionsbetriebe werden vom Staat mit Förderprogrammen unterstützt.

Laut Wetterbericht sind die Verhältnisse im Norden deutlich besser als hier im Süden. So entscheiden wir uns, über die Kjölur Hochebene zurück in den Norden zu fahren. Die F 35 bzw. die Kjalvegur ist die zweitelängste Nord-Süd-Verbindung durch das isländische Hochland. Die Route beginnt wenige Kilometer nördlich des Gullfoss und führt zwischen den beiden Gletschermassiven Langjökull und Hofsjökull hindurch nach Norden. Dort endet sie nach wenigen Kilometern Fahrt auf der 731 an der Ringstrasse.

Unterwegs wollen wir im Gebiet des Kerlingarfjölls ein paar Wanderungen machen und dabei auch das geothermische Gebiet Hveradalir besuchen. Bei garstigem Wetter nehmen wir die Fahrt in den Norden in Angriff. Die F 35 ist bedeutend einfacher zu fahren als die F 26. Allerdings ist die Piste gespickt mit unzähligen kleinen und grösseren, zurzeit mit Wasser gefüllten Schlaglöchern. Zudem sind im Vergleich zur F 26 fast schon massenhaft andere Autos unterwegs.

Als wir am in Nebel gehüllten 1204 Meter hohen Bláfell vorbeikommen, stellen wir fest, dass es in höheren Lagen geschneit hat. Auf der Strecke zur Abzweigung auf die F 347, die zum Kelingarfjöll führt, lässt der Regen nach. Der stürmische Wind hingegen bleibt uns erhalten. Für einen Wanderaufenthalt im bis zu 1500 Meter hohen Gebiet sind das ungünstige Voraussetzungen. So beschliessen wir, auch dieses Vorhaben in die Zukunft zu verschieben und steuern stattdessen das Hochtemperaturgebiet Hveravellir an. Dieses liegt etwas westlich der F 35 und ist über die F 735 einfach erreichbar.

Direkt am Parkplatz bei Hveravellir steht ein Denkmal von Magnús Tómasson, das an den wegen Diebstahls verurteilten Isländer Fjalla-Eyvindur bzw. Eyvindur Jónsson, (1714 bis 1783) erinnern soll. Überlieferungen zufolge ist dieser nach seiner Verurteilung mit seiner Frau Halla Jónsdóttir ins isländische Hochland geflohen. Dort sollen die beiden trotz der äusserst lebensfeindlichen Bedingungen mehr als 20 Jahre überlebt haben.

Mittlerweile schaffen es die ersten Sonnenstrahlen durch die tiefhängenden Wolken. Bei einem Wettermix aus stürmischen Winden, Regenschauern und sonnigen Zwischenspielen schlendern wir über attraktiv angelegte Holzstege, welche an Fumarolen, rauchenden Pyramiden und kleinen vor sich hin kochenden Geysiren vorbeiführen. Der schwarzgraue Himmel bildet einen starken Kontrast zu den leuchtenden durch Wind und Regen nochmals verstärkten Farben.

Wie angekündigt wird das Wetter besser, je weiter wir nach Norden kommen. Die Piste ist nun gut ausgebaut, da Hveravellir von der Ringstrasse aus auch mit kleineren Reisebussen erreichbar ist. Schon am späten Nachmittag richten wir uns in der Nähe von Varmahlíð auf dem Campingplatz Bakkaflöt ein. Der Platz liegt direkt am Fluss Húseyjarkvísl und bei angenehmen Temperaturen freuen wir uns über einen strahlenden Sonnenuntergang.

Einige Fahrten ins Hochland waren einer unserer Wünsche an unsere Islandreise. Dank des meist erfreulichen Wetters konnten wir uns diesen Wunsch gleich zu Beginn erfüllen. Unsere nächsten Ziele sind nun Akureyri und dessen Umgebung, um anschliessend auf dem Arctic Coast Way den westlichen Teil der Nordküste Islands zu erkunden.

In Akureyri, der zweitgrössten Stadt Islands, erhält unser Auto eine mehr als verdiente Dusche und anschliessend genehmigen wir uns in einem der vielen Restaurants der Innenstadt ein ebenfalls verdientes Mittagessen. Gut verpflegt spazieren wir dann durch die Strassen der beschaulichen Hauptstadt des isländischen Nordens und statten der im Jahr 1940 eingeweihten Kirche, die vom Staatsarchitekten Guðjón Samuelsson entworfen wurde, der auch die Hallgrímskirkja von Reykjavík gestaltet hat, einen Besuch ab.

Nachdem wir unsere Vorräte nachgefüllt haben, starten wir bei bestem Wetter Richtung Westen. Einen ausgedehnten Halt legen wir in Siglufjörður ein. Auf drei Seiten von Bergen umgeben liegt die kleine Stadt fast am äussersten Ende der Halbinsel Tröllaskagi. Bis zum Bau von zwei Tunnels, die Ólafsfjörður und Siglufjörður miteinander verbinden, war die Stadt über den Landweg nur schwer erreichbar.

Das Hering-Museum schliesst leider gerade, als wir dort eintreffen. Trotzdem erhalten wir von den zuständigen Personen die Gelegenheit, für einen schnellen Rundgang durch die anschaulichen und informativ gestalteten Ausstellungen. The Herring Era Museum thematisiert die Heringfischerei, die in Siglufjörður anfangs des 20. Jahrhunderts mit der Ankunft von norwegischen Heringsfischerboten startete. In der Folge entwickelte sich Siglufjörður innerhalb von vier Jahrzehnten zu einem Zentrum der Heringfischerei und zu einem der wichtigsten Häfen Islands. Aufgrund des intensiven Fischfangs reduzierte sich Mitte des 20. Jahrhunderts die Fangmenge stark. Nach einer vorübergehenden Erholung blieben die Heringe im Jahr 1969 wieder aus. Der folgende Zusammenbruch der Heringfischerei stürzte die von ihr abhängigen Städte in eine wirtschaftliche Krise. Siglufjörður musste sich neu erfinden.

Nach unserem Kurzbesuch im Museum schlendern wir gemütlich durch die attraktive Kleinstadt mit ihren vielen bunten Häusern, in der aktuell ca. 1300 Menschen leben. Die Heringfischerei hat heute keine wirtschaftliche Bedeutung mehr. Seit Siglufjörður ganzjährig gut erschlossen ist, gewinnt der Tourismus zunehmend an Bedeutung.

Die Fortsetzung unserer Fahrt führt uns weiter entlang wunderschöner Küstenlandschaften bis nach Hofsós, einer unauffälligen kleinen Ortschaft an der Ostküste der Halbinsel. Hier zieht es uns nach einer windigen und kühlen Nacht schon früh ins lokale Schwimmbad – sprich Thermalbad mit Hotpot. Die Anlage wurde direkt in die Steilküste gebaut und besteht aus einer Art Infinity-Pool, welcher vom selben Architektenteam gestaltet worden sein soll, wie die Blue Lagoon in der Nähe von Reykjavík.

Die Aussicht vom Hotpot auf den Fjord Skagafjörður, die Insel Drangey und die Bergkette der gegenüberliegenden Halbinsel Skagi ist atemberaubend. Das durch den Wind aufgewühlte Meer hebt sich in dramatischen Blautönen vom weissen mit schweren Wolken bedeckten Himmel ab. Bei knapp 10° C Aussentemperatur lassen wir uns vom 38° C warmen Wasser verwöhnen und kühlen uns zwischendurch im spektakulären Pool etwas ab. Während einer der Hotpot-Episoden ergibt sich ein interessanter Austausch mit Schülerinnen und Schülern einer 6. Klasse, die in dieser beeindruckenden Umgebung unaufgeregt ihren Sportunterricht absolvieren.

Anschliessend an diese erfrischende Begegnung bestaunen wir die Basaltsäulenformationen von Staðarbjargavík, just an der Küste unterhalb des Schwimmbades. Dieser Ort gilt als Hauptstadt der Elfen von Skagafjörður …

Unterwegs nach Hvammstangi an der Westküste der Halbinsel Vatnsness wartet in der Bucht Húnaflói Hvítserkur auf uns. Dieser als Troll von Nordwestisland bekannte 15 Meter hohe Basaltfelsen ist ausser als Fotosujet von Islandreisenden auch bei verschiedenen Vogelarten als Nistplatz sehr begehrt, was in der farblichen Erscheinung der Steinskulptur klar zum Ausdruck kommt.

Nach dem Rendezvous mit dem Troll wandern wir noch ein paar Kilometer der Küste entlang. Der Himmel ist bedeckt, doch von Zeit zu Zeit schickt die späte Nachmittagssonne ein paar Strahlen zwischen den dicken Wolkenbänken hindurch und sorgt zusammen mit den Wolken und dem für Island typischen Wind für eindrückliche Stimmungsbilder.