Saudi-Arabien – der Nordwesten

Saudi-Arabien, 10.11. – 29.11.2022

Da wir in Aqaba sind, wählen wir für unsere Einreise nach Saudi-Arabien den Grenzübergang «Ad Durrah». Das ganze Einreise-Prozedere gestaltet sich recht angenehm. Bei der Ausreise aus Jordanien wie auch bei der Einreise nach Saudi-Arabien treffen wir durchwegs auf freundliche und hilfsbereite Beamte und nach gut drei Stunden überqueren wir die saudische Grenze. Ausserhalb der Grenzstadt «Haql» finden wir einen Schlafplatz an einem kleinen Hafen. Im angrenzenden Restaurant erhalten wir einen feinen «Flat White» mit köstlichen Waffeln und morgens werden wir von zwei jungen Saudis auf prächtigen Araberpferden begrüsst und willkommen geheissen. Einer von vielen noch zu kommenden Willkommensgrüssen …

Weiter geht’s dann dem Golf von Aqaba entlang Richtung Süden. Unterwegs besuchen wir die «Catalina» das Wrack eines amerikanischen Wasserflugzeugs, das an der Küste von Saudi-Arabien notlanden musste. Etwas weiter südlich übernachten wir am Strand von «Qiyal». Die Gegend scheint eine einzige Baustelle des ambitiösen «Neom-Projektes» zu sein. Offensichtlich wird ein ganzer Landstrich umgebaut. Überall wuselt und «steibt’s».

Der Jabal Al Lawz (Mandelberg) 2580 m winkt als nächstes Ziel. Die Fahrt ins Gebirge beginnt auf einer nagelneuen sechsspurigen Autobahn. Bald treffen wir auf eine Baukolonne, welche die Strasse weiter ins Tal hineintreibt. Nach weiteren ca. 20 km auf einer bescheidenen zweispurigen Strasse ist bei einer riesigen Baustelle auf ca. 2000 m leider Schluss für uns. Wir erfahren, dass auch diese Bauprojekte zum «Neom-Projekt» gehören. Zudem führt Saudi-Arabien im Jahr 2029 in diesem Gebirge die Asiatischen Winterspiele durch, was bedingt, dass spätestens dann die erforderliche Infrastruktur inklusive riesigem Stausee bereitsteht.

Nach einer eher kühlen Nacht am Berg machen wir in der Bezirkshauptstadt «Tabuk» Halt. Wir besuchen die mittelalterliche Burg (nicht wirklich ein Highlight…), kaufen eine Simkarte (… vierstündiges Highlight!) und versuchen etwas vom Leben dieser typisch arabischen Stadt zu erspüren. Mitten in Tabuk auf dem riesigen Parkplatz einer Moschee erwachen wir am kommenden Morgen mit dem Ruf des Muezzin.

10.11. – 13.11.2022

Die Fahrt zum «Wadi Disah» führt wieder durch imposante und ungewohnte Gebirgslandschaften. Die letzten Kilometer sind dann ziemlich ruppig und 4×4 ist angsagt. Bei der Einfahrt in die Engen des Wadi betont ein Ranger, dass unser Auto für eine Durchquerung des Tals vermutlich zu schwer ist. So schnüren wir unsere Joggingschuhe und machen uns am späteren Nachmittag zu Fuss auf den noch ca. 12 km langen Weg ans westliche Ende des Wadi. Um ein aussergewöhnlich schönes Erlebnis reicher, sind wir kurz nach Einbruch der Dunkelheit zurück bei unserem Schlafplatz.

Tourismus ist in Saudia-Arabien ein neues Phänomen. Die in Al Ulã und dessen näherer Umgebung gelegenen Sehenswürdigkeiten aus frühen Zivilisationen können zusammen mit der «Old Town Al Ulã » als touristische Vorzeigeobjekte Saudi-Arabiens bezeichnet werden. Hier ist fast alles neu und vom Feinsten und eher auf ein finanzstarkes Publikum ausgerichtet… Touristische Anlässe sind durchorganisiert. Das Personal ist zuvorkommend und die Tourguides sind kompetent, sprachlich versiert, aufgeschlossen und meist weiblich. Letzteres ist für die saudische Gesellschaft ebenfalls neu.

Das heutige Al Ulã ist eine riesige Oase in wunderschöner Umgebung. Auf zahlreichen Arealen, die archäologisch erst teilweise erforscht sind, befinden sich unzählige Monumente wie Felsengräber, Überreste von Siedlungen, Felszeichnungen und andere Hinweise auf frühere Zivilisationen. Als bedeutendstes Kulturgut dieser Gegend gilt die Stadt «Hegra» eine ehemalige Handelsmetropole der Nabatäer, die sich unweit des heutigen Al Ulã befand. Ausserhalb Al Ulãs finden sich Grabstätten und Hinweise auf noch frühere Kulturen wie die der «Dadan» und der «Lihyan». Schon die historische Stadt Dadan war eine der bedeutendsten Handelsstädte an der alten Weihrauchstrasse.

Nach mehreren Touren durch historische Stätten wollen wir ausserhalb Al Ulãs beim «Elefant Rock» etwas «chillen». Dieser ist allerdings gerade Austragungsort eines Konzerts. So machen wir uns auf zum «Rainbow Arch», eine riesige Felsbrücke inmitten einer großartigen, fast menschenleeren Landschaft. Wir beschliessen hier etwas zu bleiben und besuchen auf dem Rückweg den Elefant Rock dann doch noch.

14.11. – 19.11.2022

Mit Zwischenziel «Khaybar» bzw. «Chaibar» machen wir uns anderntags auf den Weg zu den weissen und schwarzen Vulkanen von Chaibar. In der Stadt Chaibar angekommen suchen wir abseits der Autobahn einen Platz zum Übernachten. Bald werden wir von einem lokalen Autofahrer an die Strassenseite gewunken. Unerwarteterweise lädt uns dieser auf seine Farm ein, wo wir mit Tee, Kaffee und Datteln bewirtet werden und ja, natürlich können wir die Nacht auf seinem Gelände verbringen. Auf der Farm werden Pferde und ein Schlag voller Tauben gehalten. Nach kurzer Zeit trifft der Besitzer der Pferde ein und Tee und Kaffee werden nachgefüllt. Wir steuern unsere letzte Schokolade aus der Schweiz bei, was besonders die anwesenden Kinder freut. Während sich der Kreis der Anwesenden laufend erweitert, stellen der Besitzer der Pferde und der Farmer ihre reiterlichen Fähigkeiten unter Beweis. Bei Sonnenuntergang verabschieden wir uns und nochmals wird uns Unterstützung für die Nacht angeboten.

Erholt fahren wir am kommenden Morgen weiter Richtung Vulkane. Unterwegs verlassen wir die nagelneue vierspurige Strasse und suchen den Off-road-Track zu den «Umm Jersan» Höhlen. Diese entpuppen sich als ein von einem Vulkan geschaffenes unterirdisches Höhlensystem (ca. 50 auf 100 m beim Eingang mit einer Länge von ca. 1,5 km). Vor Ort treffen wir Mahmoud A. Al Shanti, Saudi-Arabiens Top-Höhlenspezialist. Er informiert, dass die Höhlen über die Jahrtausende von verschiedenen Kulturen genutzt worden seien. Die meisten archäologisch wertvollen Gegenstände seien im Laufe der Zeit jedoch entwendet worden. Trotzdem hätten noch bis zu 7000 Jahre alte menschliche bzw. tierische Überreste analysiert und zugeordnet werden können.

Nach dem Erkunden der Höhlen (knöcheltiefer Matsch aufgrund von Regen, hohe Luftfeuchtigkeit und olfaktorische Grenzerfahrung) fahren wir weiter Richtung Vulkanfeld von Khaybar (Harrat Al Khaybar Volcano Field). Schon von Weitem sind die Vulkane in ihren unterschiedlichen Farben sichtbar. Kurz nach Verlassen der geteerten Strasse ist der Boden mit einer Schicht «Lavakies» (Lecca ähnlich) bedeckt. Die Natur präsentiert sich weitgehend in Beige- und Schwarztönen. Nach kürzlich gefallenem Regen zeigt sich dazwischen zögerlich frisches Grün. Wir übernachten am Rand eines erstarrten Lavastroms und kraxeln bei Sonnenaufgang auf den schwarzen Vulkan, den «Jabal Al-Qadr». Nächstes Ziel ist der weisse Vulkan «Jabal Al-Abyad» (2100 m) und zum Sonnenuntergang schaffen wir es auf den ebenfalls weissen «Jabal Al-Bayda». Unsere Umgebung ist spektakulär und faszinierend unwirtlich.

Nach einer weiteren angenehm kühlen Nacht im Vulkanfeld fahren wir weiter zum Al Wa’bah Krater, wo wir am frühen Nachmittag eintreffen. Die Zeit bis zum Sonnenuntergang geniessen wir im Gespräch mit einem jungen Paar aus der Schweiz, das mit ihrem «Frosch» zurzeit ebenfalls in Saudi-Arabien unterwegs ist. Wir können direkt am Kraterrand übernachten und machen uns noch vor Sonnenaufgang auf eine Tour rund um den Vulkan.

Entgegen früheren Plänen fahren wir anschliessend nach Osten. Dort wollen wir die am Roten Meer gelegene KAEC (King Abdullah Economic City) besuchen. Im Vorfeld erfahren wir, dass es schwierig ist, mit grösseren Autos eine Besuchererlaubnis zu erhalten. Den kreativen Verhandlungsmethoden von Markus hat die Sicherheitskontrolle dann jedoch wenig entgegenzusetzen und so schaffen wir es trotz der Grösse unseres WoMos die Stadt zu besuchen.

Die KAEC ist ein im Jahr 2005 lanciertes Projekt einer zukunftsorientierten, familienfreundlichen und von fossilen Brennstoffen unabhängigen zwei Millionen Stadt. Sie wurde als Wohnort für mehrheitlich junge, gut ausgebildete Saudis konzipiert, die der heimische Arbeitsmarkt bisher nicht aufnehmen konnte. Die jungen BürgerInnen sollen hauptsächlich in der Wirtschaft tätig sein, wobei Männer und Frauen die Möglichkeit haben sollen, Seite an Seite zu arbeiten. Die Stadt wird nebst den Schnellstrassen mit Flughafen, Eisenbahn und einem Seehafen erschlossen. Da sie auch touristisch attraktiv sein soll, verfügt sie über entsprechende Attribute, wie Hotels, Golfplatz, Strandpromenade, kulturelle Einrichtungen, etc. Für uns präsentiert sich die Stadt zurzeit allerdings als imposantes, durchgestyltes, strategisch clever positioniertes Wunschbild menschlichen Zusammenlebens. Sie scheint jedoch noch auf das wirkliche Leben zu warten …

Nach einem Kurzbesuch am Strand von «Thuwal» fahren wir weiter nach «Jeddah», die zweitgrösste Stadt Saudi-Arabiens mit ca. fünf Millionen Einwohnenden.

Der Besuch von «Al-Balad» der historischen Altstadt von Jeddah ist ein besonderes Erlebnis. Die noch vorhandenen alten Häuser dieses Stadtteils sind UNESCO Welterbe. Leider befindet sich ein Grossteil der Gebäude aufgrund von Vernachlässigung in einem desolaten Zustand. Die Saudis scheinen den Wert dieses einmaligen Kulturgutes jedoch erkannt zu haben und geben sich im Rahmen der touristischen Grossoffensive alle erdenkliche Mühe, zu retten, was noch zu retten ist. Wir freuen uns, ein paar Stunden an diesem spannenden Ort zu verbringen. Überraschenderweise erhalten wir am späten Nachmittag eine Einladung zum Fussballspiel Schweiz-Brasilien. So können wir die Niederlage des Schweizer Teams vor einer Grossleinwand in der Old Town Jeddah «miterleiden».

20.11. – 29.11.2022

Middle East here we come!

Jordanien / 24.10. – 10.11.2022

In Amman der Hauptstadt von Jordanien bleiben wir drei Tage und gewöhnen uns langsam an arabische Sitten und Gebräuche. Wir sind beeindruckt von der kulturellen Vielfalt, der Lebhaftigkeit und der Grösse der Stadt, die sich über mehrere Hügelzüge ausdehnt. Wir besuchen das römische Theater, die Zitadelle von Amman und schlendern durch den Souk. Wir geniessen das angenehme Klima, die vielen verschiedenen Eindrücke und das feine Essen. Wir fühlen uns wohl und sicher und können uns ungehindert in der Stadt bewegen. Die Stadt fühlt sich recht touristisch an. Die Leute sind freundlich und hilfsbereit und immer wieder fühlen wir uns um ein paar Jahrzehnte in die Vergangenheit zurück versetzt – in unsere Zeit in Kuwait…

Wir haben nun (im besten Fall) noch acht Tage bis wir am Hafen von Aqaba unser Auto auslösen können. Diese Zeit wollen wir nutzen, um einige der Sehenswürdigkeiten Jordaniens zu besuchen. Dazu planen wir über den Kings Highway von Amman nach Aqaba am Roten Meer zu fahren und mittels einiger Abstecher nach links und rechts diesen Teil des Landes etwas kennen zu lernen.
24.-26.10.2022

Unsere Fahrt in den Süden beginnt am Flughafen von Amman, wo wir ein Auto mieten. Dann fahren wir Richtung Osten zum Wüstenschloss Qasr Amra (UNESCO-Welterbe). Dieses für sich allein in der Wüste stehende kleine «Schloss» stammt aus dem frühen achten Jahrhundert und ist berühmt für seine gut erhaltenen Fresken.

In Madaba der Stadt der Mosaiken in der Agglomeration von Amman bleiben wir ebenfalls drei Tage. Wir bestaunen verschiedene dieser berühmten Kunstwerke, die in dieser Stadt in einer Vielzahl vorhanden sind. Das bedeutendste davon ist die älteste im Original erhaltene Karte des Heiligen Landes (Palästina). Die Karte stammt aus dem mittleren sechsten Jahrhundert n. Chr. und verortet wichtige christliche Pilgerstätten auf beiden Seiten des Jordan mit unglaublicher Genauigkeit. Das Mosaik befindet sich auf dem Fussboden der Griechisch-Orthodoxen Kirche St. Georg in Madaba. Ursprünglich hatte das Mosaik eine Länge von 21 m und eine Breite von 7 m und es bestand aus über zwei Millionen Mosaiksteinen.

Wenige Kilometer von Madaba entfernt befindet sich der heilige Berg Nebo (808 m). Dieser gilt als der Ort, von dem aus Mose das Heilige Land sehen durfte, er jedoch sterben musste, ohne dieses selbst betreten zu haben. Der Berg bietet eine wundschöne Aussicht zum Toten Meer und über das Jordantal.

Die Baptisme Site (UNESCO-Welterbe) in Bethanien jenseits des Jordan liegt auf jordanischem Gebiet und ist nachweislich die Stätte, an der Jesus von Nazareth von Johannes dem Täufer getauft wurde. Von der Jordanischen Seite her ist die Baptisme Site 2002 für Besuchende wieder täglich zugänglich.

Auf dem Weg zum Toten Meer besuchen wir Mukawir (Machaerus), wo zu Zeiten Jesu auf einem freistehenden Hügel inmitten einer gebirgigen wüstenähnlichen Landschaft ein Befestigungspalast von Herodes Antipas stand. Überlieferungen zufolge wurde Johannes der Täufer in dieser Festung gefangen gehalten, bis er dann im Auftrag von Herodes enthauptet wurde. Die Fahrt zu dieser Stätte führt durch eindrücklich gebirgige Landschaften. Tiefe Täler wechseln sich ab mit Gebirgszügen und offener Sicht zum Toten Meer.
27.-29.10.2022

Die Weiterfahrt auf dem Kings Highway hält noch viel für uns bereit. So besuchen wir Umm Ar Rasas (UNESCO-Welterbe), queren wir das Wadi Mujib und besuchen am späten Nachmittag Al Karak.

Spätabends treffen wir in der Nabatäer Stadt Petra (UNESCO-Welterbe) ein. Dieser Ort ist während einer Reise durch Jordanien Pflicht. Trotz einiger Bedenken betreffend den diesbezüglich nicht zu übersehenden Massentourismus, lassen wir uns auf eine Besichtigung ein. Auf dem riesigen Gebiet verteilen sich die Menschenmengen gut und die vor Ort lebenden Beduinen tragen viel zu einem angenehmen Aufenthalt bei. Während drei Tagen lassen wir uns von diesem magischen Ort verzaubern. Auf mehreren Wanderungen können wir das Gebiet aus unterschiedlichsten Perspektiven erleben. Immer wieder bleiben wir gebannt stehen und bewundern nie zuvor gesehene Phänomene der Natur im Wechsel mit von Menschenhand kreierten Meisterwerken. Petra ist unserer Meinung nach absolut zurecht auf der «must have done in a lifetime» Liste.

Am Nachmittag des 1. November entschliessen wir uns, Petra zu verlassen und nach Aqaba weiterzufahren. In der Zwischenzeit wurden wir allerdings informiert, dass die Jolly Quarzo (Containerschiff und Ro/Ro Fähre) und somit auch unser Churi frühestens am 4. November in Aqaba eintreffen werden.
30.10.-01.11.2022

In Aqaba kommen wir wie mit Basel abgemacht ein paar Tage vor dem geplanten Eintreffen der Jolly Quarzo an. Das berühmte Wadi Rum lassen wir links liegen, da wir davon ausgehen, dass wir in Saudi-Arabien mehrfach die Möglichkeit haben werden, in der Wüste zu campen und den berühmten Wüsten-Sternenhimmel zu bewundern. Zudem würde uns dieser im Wadi Rum jetzt nicht gegönnt sein, da zurzeit das Licht des Mondes die Sterne schluckt.

Aqaba ist die einzige Hafenstadt Jordaniens. Sie liegt am Roten Meer ca. 20 km Luftlinie von der Grenze zu Saudi- Arabien. Die Stadt ist eine beliebte Feriendestination für die einheimische Bevölkerung wie auch für benachbarte Saudis, die nach Aqaba kommen, um Ferien zu machen und einzukaufen. Auch in vielen anderen Ländern scheint Jordanien als Feriendestination bekannt und wir treffen im quirlig lebendigen Aqaba verschiedenste Nationalitäten. Viele kommen nach Aqaba um im Roten Meer zu tauchen oder die bunte Unterwasserwelt beim Schnorcheln zu bewundern.

Umgehend nach Ankunft kontaktieren wir die vor Ort zuständige Speditionsfirma, um die für den Einführungsprozess erforderlichen Originalpapiere zu übergeben. Da die Jolly Quarzo in Neapel einen Zwischenstopp eingelegt hat, legt sie statt wie angenommen am Mittwoch erst am Freitag in Aqaba an. In islamischen Gebieten ist von Donnerstagnachmittag bis Samstagabend Wochenende. Die Rückmeldung der für den «Clearance-Prozess» zuständigen Person lautet entsprechend: «Mit dem Einführungsprozedere kann wegen des Wochenendes frühestens am Sonntag begonnen werden. Wir melden uns, sobald die erforderlichen Arbeiten so weit erledigt sind, dass wir die Originalpapiere brauchen».

Wir schalten also einige Gänge zurück und «geniessen» das Hotelleben. Aqaba eignet sich dazu recht gut, obwohl die meisten Hotels zurzeit aufgrund der Sofex-Konferenz 2022 und der touristischen Hochsaison ausgebucht sind. Entsprechend üben wir uns im Reservieren von Zimmern und lernen in der Folge verschiedenste Hotels kennen. Die Stimmung in der Stadt empfinden wir als gelöst, die lokale Bevölkerung ist offen, freundlich und hilfsbereit, das Essen ist durchs Band sehr gut, die Temperaturen sommerlich und das Wetter strahlend schön. So können wir in Ruhe auf unser Auto warten und die Weiterreise vorbereiten.

Am Dienstagnachmittag ca. 14.00 Uhr erhalten wir die Information, dass alles geregelt sei. Wir würden im Hotel abgeholt, um auf dem Zollgelände einige Papiere zu unterschreiben, dann könne das Auto am Hafen ausgelöst werden. Nach zweieinhalb Stunden beim Zoll, Diskussionen betreffend Versicherung, Teetrinken und nochmaliger Erläuterung der Bedeutung des Carnet de Passage und der notwendigen Stempel werden wir zum Hafen gefahren. Nach weiteren dreieinhalb Stunden geht nichts mehr, weil das «Main-System» ausgestiegen ist. So machen wir uns auf den Rückweg, verlängern unsern Aufenthalt im Hotel und hoffen auf morgen.

Am Mittwochnachmittag um 14.00 Uhr können wir unser Auto in bestem Zustand in Empfang nehmen. Wir freuen uns wie kleine Kinder an Weihnachten. Ganz herzlichen Dank an die beiden Helfer, die das möglich gemacht haben. Wir machen uns umgehend auf, Vorräte einzukaufen und Wasser aufzufüllen. Dann folgt die vorläufig letzte Nacht im Hotel und morgen geht’s los Richtung Saudi-Arabien.
02.-10.11.2022

Start unserer Reise

Italien / Genoa / 18. – 23.10.2022

Am Dienstag starten wir also auf unsere Reise gemäss Plan B. Nach ein paar Abschiedsbesuchen im Kanton Uri geht es weiter nach Lugano, wo wir im TCS Camping „Lugano Muzzano“ übernachten. Am kommenden Morgen fahren wir Richtung Genua weiter. Dort angekommen, verbringen wir im Camping „Villa Doria“ eine angenehme und ruhige Nacht. Am Freitagmorgen geht es früh los, da wir davon ausgehen, dass die Administration in Zusammenhang mit der Verschiffung unseres Autos einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Mit Unterstützung von Basel gelingt das ganze Prozedere sehr gut und nach ca. drei Stunden wird unser Churi von einer fremden Person weggefahren. Ein sehr eigenartiges Gefühl!

Sofern alles klappt, werden wir ihn Anfang November am Hafen von Aqaba wieder in Empfang nehmen können.

In Genua verbringen wir zwei Nächte und geniessen anderthalb Tage herbstliche Italianita. Am 23. Oktober fliegen wir von Mailand Malpensa nach Amman.

Plan B – wie weiter?

08.-17. 10. 2022

Willkommen zuhause.

Unsere Lieben staunen nicht schlecht, als sie das hören und wir haben nun unerwartete zehn Tage zuhause zur Verfügung. Diese verbringen wir mit weiteren Vorbereitungsarbeiten und geniessen zusätzliche Stunden mit der Familie.

Plan B beginnt mit der Abreise nach Genua in der Woche 42. Anschliessend folgt die Übergabe unseres Autos an die Reederei. Statt einer Rückreise nach Hause planen wir, im Anschluss an die Übergabe des Autos von Mailand Malpensa nach Amman zu fliegen. In Jordanien haben wir dann zehn Tage Zeit das Land zu erkunden. Klappt alles, trifft unser Auto am 2. November am Hafen von Aqaba ein.

Reise in den Mittleren Osten

Oktober 2022 – April 2023

Geplante Reiseroute: Schweiz – Ancona (Italy) – Fähre – Igoumenitsa (Griechenland) – Türkei – Iran – Fähre – UAE – Oman – Katar – Bahrain – Kuwait – Saudi Arabien – Jordanien – Israel – Italien / Griechenland – Schweiz.
Geplante Reisedauer: sechs Monate
Geplante Abreise: 8. Oktober 2022

Die seit Mitte September 2022 andauernden Unruhen im Iran haben uns veranlasst, einen Plan B zu entwerfen. Dieser sah vor, die Länder in umgekehrter Richtung zu bereisen, mit Start in Aqaba, Jordanien. Die Suche nach einem passenden Platz auf einer RoRo-Fähre blieb bis am 6. Oktober erfolglos. Entsprechend entschieden wir, wie ursprünglich geplant am 8. Oktober Richtung Ancona loszufahren. Die Zeit bis zur iranischen Grenze wollten wir wie vorgesehen nutzen und vor Ort entscheiden, wie es weiter gehen soll. Sollte sich die Lage im Iran nicht entspannen, würden wir über die Türkei, Griechenland und den Balkan zurück nach Hause fahren.
Die Papiere sind komplett, die Fähre ist gebucht, der Churi ist geladen. Übermorgen kann es losgehen.

Am 7. Oktober 2022 um die Mittagszeit erhalten wir folgende E-Mail von unserem Fracht-Spezialisten in Basel: “Sie werden es nicht glauben, aber gerade eben kontaktierte uns die Reederei in Genua mit der Info, dass jemand eine Buchung annulliert hat und sich nun eine Gelegenheit bietet (first come, first serve)”. Wir sind sprachlos und müssen diese Variante zuerst einmal diskutieren. In der Folge akzeptieren wir den Vorschlag und schon am frühen Abend erhalten wir die Buchungsbestätigung.
Also doch Plan B.

Dieser bedeutet, dass sich unsere Reise um zwei Wochen nach hinten verschiebt und wir am nächsten Morgen ausschlafen können. Dann gilt es die für Plan B entsprechenden Schritte im Detail zu planen und die erforderlichen Entscheidungen zu treffen.