Zimbabwe 2

Mlibizi bis Plumtree / 18. – 31. Oktober 2024

Als Schwerpunkte auf dem zweiten Abschnitt unserer Reise durch Zimbabwe wählen wir die Viktoria Falls, den Hwange National Park sowie die Stadt Bulawayo und den Matobo National Park aus. Im Anschluss wollen wir die Grenze zu Botswana überqueren.

Mit ihrer Lage am Ufer des Sees und just neben der Anlegestelle der Fähre ist die Mlibizi Lodge ein idealer Ort zum Verweilen, sei es vor oder nach der Fahrt über den See. Während wir hier sind, bewegen sich die Temperaturen zwischen 35° C und 40° C. Die zahlreichen Schilder, die dem Ufer entlang vor Krokodilen warnen, setzen jeglichem Liebäugeln mit einem erfrischenden Bad allerdings ein sofortiges Ende.

Vor unserer Weiterfahrt nach Victoria Falls bezahlen wir bei einem Angestellten der Nationalparks entlang des Karibasees eine «River Useage Fee» also eine Flussbenutzungsgebühr. Ich kann mir nicht auf Anhieb erklären, worum es sich bei dieser Gebühr genau handelt und frage nach. Der See sei vor dem Bau der Staumauer ein Fluss gewesen, erklärt der nette Beamte geduldig. Diesen Fluss hätten wir bei der Fahrt über den See benutzt. Daher sei die entsprechende Gebühr am Ende der Fahrt zu begleichen. Nach so viel kreativer Logik ist alles klar und das Bezahlen der Gebühr fällt bedeutend leichter.

Schon im Vorfeld unserer Fahrt über den See haben wir gehört, dass die asphaltierte Hauptverbindungsstrasse von Mlibizi nach Viktoria Falls in einem schlechten Zustand ist. Deshalb entscheiden wir uns, die um einiges längere Piste entlang der Dörfer zu benutzen.

Diese Route, die zeitweise direkt neben dem Zambezi River, dem viertlängsten Fluss Afrikas verläuft, erweist sich bald als gute Wahl. Wir fahren durch abwechslungsreiche Landschaften mit riesigen Wäldern und wunderschönen Einzelbäumen. Zudem treffen wir auf gut unterhaltene Dörfer mit teils aufwändig verzierten Rundhäusern und überqueren mehrere einspurige Brücken, die noch aus der Kolonialzeit stammen. Unter diesen fliesst zurzeit allerdings kein Wasser, da die Flüsse bis auf einzelne Rinnsale und Tümpel ausgetrocknet sind.

Bei der Ortschaft Deka, ungefähr in der Mitte der Strecke, zweigen wir Richtung Hwange Angling Club ab. Die Schilder machen deutlich, dass dort «Members only» Zutritt haben. Wir lassen uns nicht beeindrucken und fahren weiter, da wir gehört haben, dass der Klub schön gelegen ist und im dortigen Restaurant kalte Getränke erhältlich sind.

Der Ort übertrifft unsere Erwartungen dann bei Weitem. In einem weiträumigen Park sind hübsche in traditionellem Stil gehaltene Bungalows und aus der Kolonialzeit stammende Klubgebäude direkt in die Uferböschung des Zambezi Rivers gebaut. Mit ihrer erhöhten Lage und Ausrichtung bieten sie eine wunderschöne Sicht auf den Fluss. Die Bungalows können gemietet werden und zusammen mit dem Restaurant und dem Swimming-Pool verspricht die gut unterhaltene Anlage Erholung in schönster Umgebung.

Gemäss Auskunft des Managers gehören die Zeiten von «Members only» schon länger der Vergangenheit an. Wir seien herzlich willkommen und könnten uns gerne umsehen. Es gebe auch einen Campingplatz. Der traumhaft schöne Ort verleitet uns fast dazu, ein paar Tage hier zu verbringen. Da die Zeit, die wir in Zimbabwe noch zur Verfügung haben, jedoch beschränkt ist, verzichten wir und fahren nach einer ausgiebigen Pause weiter.

Victoria Falls erreichen wir knapp vor Sonnenuntergang. Mit einem Stellplatz im Garten des N1 Hotels finden wir den perfekten Ort zum Übernachten. Der Platz befindet sich mitten in der Stadt. So können wir alles, was für uns von Bedeutung ist, bequem zu Fuss erreichen. Die Grenzstadt Victoria Falls liegt auf rund 1200 Metern über Meer im äussersten Nordwesten Zimbabwes direkt am Zambezi River, der die Grenze zu Sambia bildet. Victoria Falls liegt in der Provinz Matabeleland und beheimatet in der Stadt und ihrem Umland ca. 35’200 Menschen.

Mit gegen 40° C ist es auch hier ziemlich heiss. Dennoch spazieren wir zum Lookout Café, das am Rand der Zambezi-Schlucht liegt und mit einer grandiosen Sicht auf die Umgebung der Victoria Falls aufwartet. Wir trinken einen sehr guten Kaffee und geniessen die exotische Atmosphäre, die klare Architektur und die erlesene Einrichtung des Restaurants. Alles ist vom Feinsten und in tadellosem Zustand. Nach Auskunft eines Angestellten brannte das Restaurant vor zwei Jahren ab. Sichtlich stolz informiert er weiter, dass das neue Gebäude von einem südafrikanischen Designer gestaltet und die Materialien von Südafrika importiert worden seien.

Die Victoriafälle sind seit 1989 UNESCO-Weltnaturerbe. Die Schlucht bildet die Grenze zwischen Zimbabwe und Sambia. Bis zu ihrer Entdeckung durch David Livingstone im Jahr 1855 wurden die Fälle «Mosi-Oa-Tunya» (donnernder Rauch) genannt. Von Einheimischen, die Livingstone seine Reisen durch Afrika ermöglicht haben, wurde er auf der Seite des heutigen Sambia zu einer Insel gerudert, die direkt an der Kante liegt, über die das Wasser des Zambezi in die Schlucht stürzt. Zu Ehren seiner Königin hat der patriotische Livingstone die mächtigen Fälle in Victoria Falls umgetauft.

Tosend fallen die Wassermassen des Zambezi River über eine Länge von 1688 Metern in vier Hauptfällen bis zu 108 Meter in die Tiefe. Es ist gut nachvollziehbar, wie beeindruckt die Entdecker gewesen sein müssen, als sie das erste Mal in die brodelnde unsichtbare Tiefe geblickt haben.

Die Wassermengen, die jetzt während der Trockenzeit über die Fallkanten in die Tiefe stürzen, sind verglichen mit jenen während des Höchstwasserstandes von März bis Mai, eher bescheiden. Dies hat den Vorteil, dass die Fälle und deren Umgebung deutlich zu sehen sind und nicht von einem Gischtnebel verhüllt werden.

Wir lassen uns für unseren Spaziergang entlang der Fälle ausgiebig Zeit und geniessen die imposante Szenerie im Licht des späten Nachmittags. Vom sorgfältig angelegten Rundweg führen kurze Abstecher zu Aussichtspunkten, von denen die Sicht auf den jeweiligen Fall besonders lohnend ist. Das Wetter ist perfekt und dadurch, dass der Rundweg über weite Strecken im Schatten des Waldes verläuft, ist es oft angenehm kühl.

Victoria Falls ist eine lebhafte Stadt, die vom Tourismus rund um die Victoria Wasserfälle lebt. Touristinnen und Touristen bietet sie alles, was das reisende Herz begehrt. Gute Restaurants, musikalische Unterhaltung, Einkaufszentren und Souvenirs sowie Begegnungen mit der lokalen Bevölkerung, sofern dies dann gewünscht ist.

Souvenirs sind in unterschiedlichsten Läden und an unzähligen offenen Ständen erhältlich. Aufgrund der miserablen Wirtschaftslage Zimbabwes und der damit einhergehenden hohen Arbeitslosigkeit ziehen viele Menschen aus den Dörfern in die wenigen touristischen Zentren und bieten dort ihre zuhause hergestellten Produkte oder über Zwischenhändler eingekaufte Ware an. Entsprechend versuchen Unzählige immer gleiche Souvenirs zu verkaufen, womit sie sich selbst konkurrenzieren, was wiederum zu laufend niedrigeren Preisen führt. Es ist ein Teufelskreis, aus dem sich die wenigsten befreien können. Für viele ist das Ausharren in dieser trostlosen Situation die einzige Chance, um etwas Geld zu verdienen und damit den Unterhalt ihrer Familien zu sichern.

Während unserem Aufenthalt in Victoria Falls nehmen wir nochmals mit unserem Arzt in Chiredzi Kontakt auf. Aufgrund der unbefriedigenden Heilung des entzündeten Insektenbisses stellt dieser ein Rezept für eine weitere Runde Antibiotika aus. Wir holen bei der Rega wieder eine Zweitmeinung ein, welche die Einschätzung unseres Arztes umgehend bestätigt. Die erforderlichen Medikamente sind innert Kürze eingekauft. Unsere Zeit in Victoria Falls nutzen wir ausserdem, um unser fahrendes Heim auf Vordermann zu bringen.

Dann geht’s für uns weiter in den Hwange National Park. Im Gebiet zwischen Victoria Falls und Bulawayo wird in grossem Umfang Kohle abgebaut, die hauptsächlich nach Südafrika exportiert wird. Entsprechend sind auch hier viele der riesigen Lastwagen unterwegs. So verläuft die Fahrt nach Südosten in mittlerweile allzu bekannter Zimbabwe-Manier.

Nach rund 200 Kilometern erreichen wir den Eingang das Main Camp des Hwange National Park. Der Hwange National Park ist mit seiner Fläche von 14’651 Km2 etwa einen Drittel so gross wie die Schweiz. Im Süden grenzt der Park an Botswana. Ein Teil des Parks ist für touristische Zwecke erschlossen, der ganze Rest ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Zum Übernachten innerhalb des Parks stehen mehrere Camps zur Verfügung. Alle Übernachtungsplätze müssen im Voraus gebucht werden. Buchungsbestätigungen und Bewilligungen für Tagesbesuche müssen bei der Einfahrt und beim Verlassen des Parks vorgelegt werden. Ohne gebuchten Platz darf im Park nicht übernachtet werden.

Da wir ohne festen Reiseplan unterwegs sind, haben wir noch keine Plätze gebucht und müssen dies nun nachholen. Die beiden Camps, die wir für unsere Übernachtungen im Park ausgesucht haben, sind für heute Abend allerdings schon vergeben. Die junge Frau, die für die Buchungen verantwortlich ist, empfiehlt uns, am kommenden Morgen wieder vorbeizukommen. Dann würden ihr die Buchungsdaten vom Hauptbüro in Harare für die nächsten Tage zur Verfügung stehen. Und vielleicht gebe es morgen für uns eine Möglichkeit.

Wir beschliessen, auf dem riesigen Campingplatz beim Hauptcamp zu übernachten, womit uns genügend Zeit zur Verfügung steht, um das ein paar Kilometer ausserhalb des Parks liegende «Painted Dog Conservation Project» zu besuchen. Dieses Fachzentrum setzt sich für die Rettung der akut vom Aussterben bedrohten afrikanischen Wildhunde, der «Painted Dogs» ein. Im Besucherzentrum erfahren wir, dass von dieser Spezies lediglich noch etwa 3’000 Tiere leben, was zum Erhalt einer gesunden Population nicht ausreicht. Die grösste Gefahr für die Wildhunde stelle der Mensch dar, der sie töte, wenn immer sie sich in die Nähe von Siedlungen vorwagen. Zudem würden die Wildhunde oft in Schlingen geraten, die von Wilderern zum Fang grösserer Wildtiere ausgelegt werden. Dabei würden sie, wie alle anderen Tiere auch elend zu Grunde gehen. In der Auffangstation des Zentrums werden kranke und verletzte Hunde gesund gepflegt und wenn immer möglich wieder in ihren Lebensraum entlassen.

Die speziell ausgebildeten Fachleute des Zentrums versuchen die Bevölkerung und vor allem auch Schulkinder über die Bedeutung der Tierwelt im Allgemeinen und über die Wichtigkeit der einzelnen Tierarten im Speziellen zu sensibilisieren und so der in hohem Ausmass grassierenden Wilderei entgegenzuwirken. Die auf die Wildhunde ausgerichtete Ausstellung im Besucherzentrum ist spannend und leicht verständlich aufgebaut. Sie verläuft entlang der wahren Lebensgeschichte des Wildhundes «Eyespot», der von Wildhütern des Zentrums mittels eines Senders auf seinem Lebensweg begleitet wurde. Leider fiel auch dieser Hund den Wilderern zum Opfer.

Im Anschluss an diese eher deprimierende Erfahrung unternehmen wir eine erste Pirschfahrt in den Hwange National Park und schon nach wenigen Kilometern begegnen wir an einem Wasserloch überraschend vielen Tieren. Darunter befindet sich eine Löwin, die sich gelassen einem kürzlich von ihr und zwei anderen Löwinnen gerissenen Zebra widmet. Die Geier auf dem Baum nebenan warten ungeduldig auf ihren Anteil, den sie sich holen können, sobald die Löwin ihre Mahlzeit beendet hat. Das wird allerdings noch einige Zeit dauern und wir müssen den Schauplatz verlassen, da die Sonne untergeht und der Park schliesst.

Am kommenden Morgen können wir die beiden gewünschten Übernachtungen im Park tatsächlich buchen und innert Kürze befinden wir uns auf dem Weg zu unserem ersten Camp. Beide Camps sind sogenannte «exclusive Camps». Das heisst, diese Camps werden jeweils nur an eine Gruppe vergeben. Da wir eine Zweiergruppe sind, werden wir die Camps für uns alleine haben. Das Thermometer zeigt schon vor dem Mittag 36° C an. Dazu weht ein starker Wind. Wir sind froh, dass wir im Auto vor der Unbill des Wetters geschützt sind. Beim ersten Wasserloch, das wir passieren, treffen wir auf mehrere Gruppen Elefanten, Zebras, Affen, Giraffen und Antilopen. Es ist ein unablässiges Kommen und Gehen. Wir machen eine ausgiebige Kaffeepause und geniessen die sich laufend verändernde Szenerie.

In unserem Camp angekommen, bereiten wir das Nachtessen vor. Wir kochen für mindestes drei Personen und teilen unsere Mahlzeit mit dem Angestellten, der das Camp mit Unterhaltsarbeiten in Schwung hält und für die Sicherheit der Gäste sorgt. Diese Attendants arbeiten jeweils bis zu elf Monate ohne Unterbruch im gleichen Camp und werden einmal pro Monat mit Lebensmitteln versorgt. Entsprechend sind sie dankbar für etwas Abwechslung auf ihrem Speiseplan.

Das Camp, in dem wir unsere zweite Übernachtung im Hwange National Park verbringen werden, liegt weiter südlich am Rand des Gebietes, das für touristische Zwecke erschlossen ist. Das Camp bietet einen weiten Blick in die südlichen Ebenen des Parks und unmittelbar vor dem Camp befindet sich ein grosses Wasserloch.

Als wir beim Camp ankommen, bewegt sich eine Löwin gemächlich auf dessen offenes Eingangstor zu. Kurz vor dem Eingang kehrt sie um und begibt sich zurück zu ihrer Gruppe, die etwa 50 Meter weiter unter einem Baum Siesta hält. Solange wir Lust haben, können wir das Löwenrudel, das aus mehreren erwachsenen Löwinnen, Jungtieren und einigen Halbwüchsigen besteht, aus nächster Nähe beobachten.

Auch hier werden wir vom zuständigen Attendant freundlich begrüsst und geniessen nach dem Nachtessen einen wunderschönen Sonnenuntergang und lassen den Abend am Feuer unter einem strahlenden Sternenhimmel mit leuchtender Milchstrasse ausklingen. Wieder einmal werden wir uns bewusst, wie privilegiert wir sind, all dies erleben zu können.

Frühmorgens weckt uns ein mehrstimmiges Gebrüll, mit dem die Löwinnen von einem Termitenhügel aus die Morgensonne begrüssen. Das Konzert endet, sobald die Sonne am Himmel steht. Nachdem die Löwinnen am Wasserloch ihren Durst gestillt haben, verziehen sie sich mit ihren Jungtieren in den Schatten eines Gebüschs.

Kurze Zeit später ändert sich die Stimmung im Rudel merklich. Die Löwinnen entfernen sich von den Jungtieren, die im Gebüsch liegen bleiben. Es ist faszinierend zu beobachten, wie sich die Löwinnen für eine Jagd in Stellung bringen. Jede bezieht ihre vorbestimmte Position im Gelände, aus der sie in intuitiver Übereinstimmung mit dem Rest der Gruppe agiert. Die Jungtiere verharren ruhig in ihrem Versteck. Der von den Löwinnen ins Visier gefasste Elefant bewegt sich ruhigen Schrittes weiter auf das Wasserloch zu. Die Löwinnen scheinen ihn nicht zu beeindrucken. Ohne ersichtliche Mühe wehrt er einen ersten Angriff einer Löwin ab. Gebannt verfolgen wir das spannende Spektakel. Nach ein paar weiteren eher halbherzigen Angriffsversuchen wenden sich die Löwinnen ab, da ein ernsthafter Angriff vermutlich ein zu hohes Verletzungsrisiko mit sich gebracht hätte. Sie erfrischen sich am Wasserloch und kehren zu den Jungtieren im Unterholz zurück. Wir staunen über den Elefanten, der sich am Wasserloch ungerührt seinem morgendlichen Wellnessprogramm widmet.

Leider ist es schon bald Zeit diesen wunderschönen Ort zu verlassen. Gemächlich fahren wir zurück ins Main Camp und halten unterwegs noch einige Male an, um weitere Tiere zu beobachten.

Dabei haben wir Zeit, das Verhalten der Elefanten etwas eingehender zu beobachten. Oft nehmen sie das Wasserloch richtiggehend in Beschlag. Sollten sich andere Tiere am Wasserloch befinden, verlassen diese ihren Platz meist von selbst, wenn sich Elefanten nähern. Andernfalls werden sie von den Elefanten vertrieben. Auch ist unter den verschiedenen Elefantengruppen eine Art Dichtestress feststellbar. Dies ist angesichts des aufgrund der andauernden Trockenheit herrschenden Wasser- und Nahrungsmangels nicht weiter verwunderlich. Die Wälder und das Unterholz in der Umgebung der Wasserlöcher leiden stark unter der hohen Anzahl dieser grossen Tiere, die sich aufgrund der Wasserknappheit in einem relativ kleinen Umkreis der Wasserlöcher aufhalten.

Im Main Camp angekommen bedanken wir uns bei der jungen Frau an der Rezeption, die uns die Übernachtungen in den beiden Camps ermöglicht hat. Während wir vor der Weiterfahrt im Restaurant noch etwas trinken, fährt ein Bus der Midlands State University Chegutu vor. 

Einige der Studierenden kommen an unseren Tisch und erkundigen sich, ob sie Fotos von uns machen dürfen. Wir sagen zu unter der Bedingung, dass sie mit uns über Themen diskutieren, die sie beschäftigen. Nach einem überraschten Zögern über diesen Wunsch kommt ein reger Austausch mit den jungen Leuten zustande, die Geografie studieren und die Folgen des Klimawechsels vor Ort begutachten wollen. Die Studierenden sprechen durchwegs ein sehr gutes Englisch. Sie erkundigen sich nach den Verhältnissen in der Schweiz und nach den Unterschieden zwischen den beiden Ländern. Als Beispiel diskutieren wir den Preis von Brot in Zimbabwe und in der Schweiz und welche Qualität für den jeweils verlangten Betrag geboten wird. Die unterschiedlichen Lebensrealitäten können dabei gut verglichen werden. Die Zeit vergeht wie im Flug und schon bald müssen die jungen Leute weiter. Wir freuen uns über diese erfrischende Begegnung und machen uns ebenfalls auf den Weg.

Am Abend dieses Tages erfahren wir von einem Tourguide aus Harare, der neben uns übernachtet, dass die drei Löwinnen, die wir am ersten Abend im Nationalpark beobachten konnten, noch in der gleichen Nacht von Wilderern getötet wurden. Die Köpfe und die Pfoten der Tiere seien als Trophäen mitgenommen worden. Der Vorfall schockiere alle, die sich für das Wohlergehen und die Sicherheit der Tiere einsetzen. Wir sind bestürzt und haben Mühe, diese deprimierenden Neuigkeiten zu verdauen.

Nach den wunderschönen Tagen im Hwange National Park erwartet uns die knapp 300 Kilometer lange Fahrt nach Bulawayo. Ich habe allerdings Mühe, mich schon von diesem wunderschönen Park mit seiner faszinierenden Tierwelt zu lösen.

In Bulawayo, der nach der Hauptstadt Harare zweitgrössten Stadt Zimbabwes übernachten wir im städtischen Caravan Park. Die Stellplätze sind in einer weitläufigen Gartenanlage im Schatten eines alten Baumbestandes untergebracht. Die Infrastruktur der Anlage, die einst wunderschön gewesen sein muss, ist leider sehr heruntergekommen. Die Lage des Campingplatzes ist allerdings ideal, um die Stadt und deren nähere Umgebung zu erkunden.

Ausserhalb der Stadt interessiert uns besonders der Matobo National Park, der südlich von Bulawayo liegt. Dies einerseits, weil die Nashörner, welche die intensive Wilderei im Hwange National Park überlebt haben, in den 1990er Jahren hierhin umgesiedelt wurden. Andererseits sind hier auf engstem Raum tausende Höhlenmalereien zu bewundern und gemäss seinem Wunsch ist Cecil John Rhodes nach seinem Tod im Jahr 1902 auf einem der Hügel begraben worden.

Wir nehmen mit Ian Harmer Kontakt auf, der ein ausgewiesener und allseits bekannter Experte in Bezug auf die Verhaltensweisen, die Bedürfnisse, den Schutz und den Umgang mit Nashörnern ist. Er hat sein Leben der Wildnis gewidmet und bietet im Matobo National Park Safarifahrten und Wanderungen zur Beobachtung der dortigen Breitmaulnashörner an. Umgehend reagiert Ian auf unsere Anfrage für eine Tagestour im Park. So sind wir schon zwei Tage später mit ihm und fünf weiteren Interessierten auf Nashorn-Safari.

Die Stunden im Park sind gefüllt mit Informationen zur Entstehung des National Parks und zu den hier lebenden Nashörnern. Ian informiert, dass die Wilderei nach wie vor ein grosses Problem sei. Für ein Kilo Horn eines Nashorns würden bis zu $ 150’000 bezahlt. Kunden der Wilderer seien vor allem Chinesen, die dem Horn des Nashorns potenzsteigernde Qualitäten zuschreiben, obwohl dies wissenschaftlich schon lange widerlegt sei. Ein anderer Grund für den Tod dieser faszinierenden Tiere sei der jemenitische Brauch, einem jungen Mann zur Volljährigkeit einen Dolch mit einem Griff aus dem Horn eines Nashorns zu schenken. Männliche Eitelkeit und Prestigedenken sind also die Gründe, dass das Nashorn eine der am stärksten bedrohten Tierarten unseres Planeten ist.

Die Hörner der Tiere wachsen pro Jahr bis zu sieben Zentimeter. Als Massnahme gegen die Wilderei werden die Hörner regelmässig bis auf einen Rest von fünf Zentimetern entfernt. Es komme jedoch immer wieder vor, dass enthornte Nashörner für den fünf Zentimeter langen Rest, der stehen gelassen werden müsse, getötet werden. Alle Nashörner im Matobo National Park werden von bewaffneten Rangern begeleitet.

Auf zwei kurzen Wanderungen können wir uns diesen imposanten Tieren bis auf wenige Meter nähern. Beide Male sind es zwei Breitmaulnashörner, die wir aus nächster Nähe beobachten können. Diese ernähren sich vor allem von Gras. Die im Matobo ebenfalls beheimateten Spitzmaulnashörner leben in einem anderen Teil des Parks. Diese Art ernährt sich von Zweigen und Laub und hält sich hauptsächlich im halbhohen Busch auf. Zudem sind sie bedeutend angriffslustiger als ihre Artgenossen und auch aus diesem Grund nicht so einfach beobachtbar.

Nashörner sehen sehr schlecht und sind auf ihr gutes Gehör angewiesen, um allfällige Feinde wahrnehmen und sich zur Wehr setzen zu können. Als wir uns den Tieren nähern, meldet uns entweder der bewaffnete Ranger, der uns begleitet oder Ian bei den Nashörnern mit leisen Lauten an. Auf diese Weise wissen die Tiere, dass wir in der Nähe sind, obwohl der Wind gegen uns steht und sie uns, aufgrund ihres schlechten Sehvermögens kaum bemerken können.

Auf unserer Tour durch den Park treffen wir noch mehrere Male auf Nashörner. Es wird ein spannender Tag, an dem fast keine Frage unbeantwortet bleibt. Wir erfahren unter anderem, welche Pflanze anstelle von Seife verwendet werden kann. Die Wirkung können wir vor Ort selbst erproben. Eine auffällige Zwiebelpflanze, der wir ebenfalls unterwegs begegnen, könne als Verhütungsmittel angewendet werden. Ein Absud wirke für sechs Monate (Auf das Ausprobieren wird dieses Mal allgemein verzichtet…). Wirkung und Anwendung von Pflanzen zu medizinischen Zwecken sind von indigenen Völkern über viele Generationen weitergegeben worden. Da dies ausschliesslich mündlich erfolgte, ist ein grosser Teil dieses kostbaren Wissens leider verloren gegangen.

Der Tag im Matobo National Park ist bis zur letzten Minute mit Erlebnissen und dem Aufnehmen und Verarbeiten von spannenden Informationen ausgefüllt. Als wir uns von Ian Harmer verabschieden, ist die Sonne über den Hügeln des Matobo National Park schon längst untergegangen. 

In Bulawayo spazieren wir zur National Art Gallery, die sich in einem wunderschönen Gebäude aus der Kolonialzeit befindet und besuchen die aktuellen Ausstellungen.

Auf weiteren Spaziergängen essen wir in lokalen Restaurants und lassen die quirlige Atmosphäre der Stadt auf uns wirken. Auf einem dieser Spaziergänge besuchen wir das Restaurant «Déjà Vu». Bei unserem obligaten Kaffee lernen wir die Besitzerin des Restaurants kennen. Sie ist Staatsangehörige von Zimbabwe und gehört jener Gruppe der weissen Bevölkerung Zimbabwes an, die sich von den katastophalen Auswirkungen des Mugabe Regimes nicht haben unterkriegen lassen. Neben dem Restaurant betreibt sie zurzeit eine Auffangstation für Esel und Pferde und ist daran, ein privates Wildreservat aufzubauen, das an den River Gwaiy und den Hwange National Park grenzt. Lange unterhalten wir uns mit ihr über die heutige Situation ihres Heimatlandes und sind beeindruckt von ihrem bewundernswerten Engagement, dem erstaunlichen Durchhaltewillen und der scheinbar unendlichen Energie immer wieder neue Projekte anzupacken.

Mit den kurzweiligen Tagen in Bulawayo geht unsere Zeit in Zimbabwe leider schon zu Ende. Da der Zeckenbiss nun so gut verheilt ist, dass ärztliche Begleitung nicht mehr erforderlich ist, verabschieden wir uns von unserem Arzt in Chiredzi. Wir bedanken uns für seine WhatsApp-Begleitung auf unserer Reise und die kompetente und unbürokratische Unterstützung.

Auf der Fahrt zum Grenzübergang Plumtree / Ramokgwebane zweigen wir knapp 30 Kilometer ausserhalb Bulawayo nach links ab, um die Kapelle der Cyrene Mission zu besuchen. Dieses ausserordentliche Gotteshaus wurde auf Initiative von Edward Paterson gebaut und ausgestaltet. Edward Paterson wurde 1895 in Schottland geboren. In Südafrika studierte er Kunst und Theologie und ab 1928 arbeitete er dort als Diakon. Während seiner Arbeit mit benachteiligten Jugendlichen aus Bulawayo ermutigte er diese, die christliche Lehre mit ihrem Alltag in Verbindung zu bringen. Er unterrichtete die Jugendlichen auch in künstlerischen Fertigkeiten und motivierte sie, persönliche Ideen und eigene gestalterische Elemente in ihren Werken umzusetzen. In der Folge liess er die Kapelle der Cyrene Mission innen und aussen von den Jugendlichen mit Begebenheiten aus der Bibel bemalen. Die ausgewählten biblischen Szenen spielen sich in afrikanischer Umgebung ab und alle dargestellten Personen haben schwarze Hautfarbe. Die in diesem Stil entstandene Kunst wurde in weiten Kreisen als Cyrene Art bekannt.

Die Grenzübertritte nach Botswana verlaufen effizient und unkompliziert. Das Carnet de Passage (CdP) ist bei beiden Grenzposten bekannt und auch diese Formalität ist schnell erledigt. Innerhalb einer Stunde sind wir unterwegs nach Francistown, der ersten Stadt in Botswana.

Zimbabwe präsentierte sich als wunderschönes, abwechslungsreiches und faszinierendes sowie generell einfach zu bereisendes Land. Wir haben uns durchwegs sicher und gut aufgehoben gefühlt. Obwohl die Lebensbedingungen für die Bevölkerung alles andere als einfach sind, haben wir die Personen, mit denen wir Kontakt hatten, als freundlich, aufgeschlossen, initiativ und äusserst hilfsbereit erlebt. In den vier Wochen, die wir in Zimbabwe verbracht haben, konnten wir nur einen Teil des Landes erkunden. Neben der ausserordentlichen Hilfsbereitschaft der Bevölkerung hat uns vor allem der Tierreichtum und die landschaftliche Vielfalt der National Parks Gonarezhou und Hwange und die Fahrt über den Karibasee beeindruckt. Eine zweite Reise im südlichen Afrika würde Zimbabwe auf jeden Fall wieder beinhalten.

Zimbabwe 1

Beitbridge bis Mlibizi am Lake Kariba / 2. – 17. Oktober 2024

Nach einer kurzen Nacht im Rainmakers Camp machen wir uns früh auf den Weg zum Grenzübergang nach Zimbabwe. Wir sind gespannt, was uns erwartet, da wir unterschiedlichste, hauptsächlich negative Informationen, über die am Grenzposten Beitbridge herrschenden Zustände und das Prozedere des Grenzübertritts erhalten haben. Trotzdem wollen wir diesen Grenzübergang nutzen. Dies hauptsächlich, weil wir unsere ersten Tage in Zimbabwe im Gonarezhou National Park verbringen wollen. Dieser Park liegt ganz im Süden des Landes und grenzt dort an Mozambique. Die Benutzung des nächstnäheren Grenzübergangs nach Zimbabwe hätte einen Umweg über Botswana zur Folge.

Etwa um 6.30 Uhr treffen wir an der Grenze von Südafrika ein. Zu unserer Überraschung sind fast keine Lastwagen unterwegs und wir können ohne Halt bis zum Grenzschlagbaum fahren. Die Ausreise aus Südafrika gestaltet sich dann eher chaotisch. Die Gebäude sind alt und vernachlässigt und einige Beamte machen einen nicht sehr motivierten Eindruck. Nach der Kontrolle der Pässe beim Ausreiseschalter geht es für die Formalitäten zur Ausführung unseres Autos zurück zum Zoll. Auf der Gegenseite warten schon unzählige Menschen darauf, von Zimbabwe nach Südafrika einreisen zu können. Nach einer guten dreiviertel Stunde sind wir im Besitz aller Bewilligungen, um Südafrika zu verlassen und nach der Fahrt über die Brücke, die den Grenzfluss Limpopo überspannt, befinden wir uns auf dem Grenzgelände von Zimbabwe.

Hier ist die Infrastruktur fast neu und in einem hervorragenden Zustand. Auf der Suche nach den verschiedenen Schaltern, an denen wir uns für die Einreise melden müssen, werden wir von einem Angestellten des Grenzpostens unterstützt. In der grossen Halle befinden sich gerade mal drei Personen, die nach Zimbabwe einreisen wollen. Die Grenzbeamten sind durchwegs freundlich und arbeiten sehr gründlich. Inklusive eines etwas fragwürdigen Intermezzos auf dem Parkplatz dauert es etwa zwei Stunden, bis wir die Grenze nach Zimbabwe überquert haben. Der Kauf einer Simkarte nimmt anschliessend etwa gleich viel Zeit in Anspruch.

Dann können wir die erste Etappe der knapp 370 Kilometer langen Strecke zum Gonarezhou National Park in Angriff nehmen. Unterwegs werden wir fünf Mal von der Polizei angehalten und mit guten Wünschen für eine sichere Weiterreise umgehend wieder entlassen. Die Strasse ist zu Beginn in hervorragendem Zustand. Unvermittelt wird sie jedoch zu einer kilometerlangen Ansammlung zahlloser riesiger Schlaglöcher. Die Hauptgeschwindigkeit beträgt nun max. 15 Km/h. Die Fahrt ist gefährlich und nervenaufreibend. Dies vor allem, weil sich die grossen Laster ihren Platz ohne Rücksicht auf Verluste nehmen. Zudem könnte jederzeit eine bislang unsichtbare Ziege aus einem der Schlaglöcher hopsen, um ihren Weg über die Strasse fortzusetzen…

Nach einer guten Stunde schwieriger Fahrt zweigen wir nach Süden ab, Richtung Chiredzi, dem Hauptort des gleichnamigen Bezirks. Die jetztige Strasse ist in einem sehr gutem Zustand und es ist ein Genuss durch die eindrücklich hügelige Landschaft mit riesigen von der Witterung glattpolierten Felsformationen weiter nach Süden zu fahren. Das Gebiet ist relativ dicht besiedelt und wir staunen, wie viele Kinder unterschiedlichen Alters sich nach Schulschluss auf dem Heimweg befinden.

Langsam ändert sich die Landschaft. Die bewaldeten Hügel mit roten sandigen Böden gehen über in tiefgrüne endlos scheinende Zuckerrohrpantagen.

Da wir mit dem Eiertanz um die Schlaglöcher viel Zeit verloren haben, geht auf dem letzten Abschnitt unserer Fahrt die Sonne unter und prompt verfahren wir uns in den riesigen Zuckerrohrfeldern. Ein junger Mann erkundigt sich nach unserem Ziel und fordert uns auf, ihm bzw. seinem Auto zu folgen und innert weniger Minuten führt er uns zu unserem Übernachtungsplatz. Dieser befindet sich unter hohen Bäumen auf der weitläufigen Anlage des Hippo Valley Country Clubs, einem Golf- und Sportresort, das sich im Besitz von Tongaat Hulett, dem Betreiber der riesigen Zuckerrohrplantagen befindet.

Der Country Club präsentiert sich als weiträumige Anlage, mit einem hübsch angelegten Golfplatz, einem Klubhaus mit Hotelzimmern, einem Restaurant und einem Swimmingpool. In früheren Zeiten wurde hier auf den je entsprechenden Plätzen Tennis, Rugby und Cricket gespielt, sogar ein Squashcourt stand zur Verfügung. Der Golfklub ist aktuell noch in Betrieb und auch das Haupthaus mit Schwimmbad scheint noch relativ gut besucht. Diese beiden Betriebe werden entsprechend den heutigen Standards in Zimbabwe unterhalten. Sämtliche anderen Anlagen sind in einem desolaten Zustand und erinnern nur entfernt an das Freizeitparadies, das hier vor Jahren existiert haben muss.

Die Menschen, denen wir während unserer ersten Tage in Zimbabwe begegnen, sind samt und sonders freundlich und korrekt. Mehrfach ergeben sich interessante Unterhaltungen. Offen wird über die schwierigen Verhältnisse im Land gesprochen und wir sind beeindruckt vom Durchhaltewillen, der Zuversicht, dem Humor und der ausserordentlichen Hilfsbereitschaft der Personen, mit denen wir sprechen. Am Ende eines Gesprächs, gibt uns eine Managerin des Country Clubs, die hauptberuflich als «Snake Remover» (Schlangen-Entfernerin) tätig ist, ihr Alltagsmotto mit auf den Weg. «Good things will come to those, who wait.» begleitet uns seither auf unserer Reise.

Am Maingate zum Gonarezhou National Park buchen wir ein paar Tage später bei strömendem Regen zwei Übernachtungen im Chiguli Camp. Der Ranger vor Ort informiert uns über die Gepflogenheiten im Park, das Wetter für die nächsten Tage und den Zustand der Piste zum Camp. Die Camps im Gonarezhou National Park sind nicht eingezäunt. Entsprechend können sich die Tiere überall frei bewegen.

Der Gonarezhou National Park ist mit 5053 Km2 nach dem Hwange National Park der zweitgrösste Nationalpark Zimbabwes. Der Park liegt weitab im Süden des Landes an der Grenze zu Mozabique. Er gehört zu den wildesten Regionen des Landes und wird verglichen mit anderen Parks noch relativ selten besucht. Der Park wird von einem sehr motivierten und gut ausgebildeten Team von Rangern betreut. Die Big Five (Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard) sind alle im Park vertreten. Um die Nashörner besser vor Wilderern schützen zu können, sind sie in einem Hochsicherheitsreservat untergebracht, das mit einem speziellen Zaun zusätzlich gesichert ist.

Unser Auto meistert die gut 40 Kilometer lange Strecke inklusive Flussdurchquerung ohne Probleme. Kurz nach der Flussdurchfahrt erreichen wir unser Camp, das nur wenige Meter vom Ufer des Flusses Runde entfernt liegt. Die Lage ist traumhaft und die Szenerie spektakulär.

Die nächtlichen Geräusche der Wildnis sind ein beeindruckendes Erlebnis. Nach einer erholsamen Nacht gehen wir noch vor Sonnenaufgang auf eine Pirschfahrt, auf der wir viele Tiere beobachten können. Als wir später im Camp einen Kaffee trinken, hören wir ganz in der Nähe das Gebrüll einer Raubkatze und bald entdecken wir auf der anderen Seite des Flusses einen Leoparden, der sich lautstark über Paviane ärgert, die ihn bei seiner Siesta stören.

Aufgrund eines mutmasslichen, nun entzündeten Insektenbisses, den sich Markus im Krüger National Park eingefangen hat, sehen wir uns gezwungen, den Park nach der zweiten Übernachtung schon am frühen Morgen zu verlassen und uns auf die Suche nach medizinischer Beratung zu machen. Das Wetter ist prächtig und trotz des Problems, das uns begleitet, ist die Fahrt zurück zum Haupteingang des Parks ein grossartiges Erlebnis.

Unvergesslich ist eine Verfolgungsjagd zwischen zwei Flusspferden, die wir bei einem Zwischenhalt am Fluss Runde beobachten können. Ein Flusspferdbulle jagt einen Rivalen vor sich her über eine Insel in den Fluss, von dort zurück auf die Insel und wieder ins Wasser. Am Ende flieht der Unterlegene ans Flussufer und macht sich etwa fünf Meter an unserem Auto vorbei in die Gegenrichtung aus dem Staub.   

Kurz nach diesem tierischen Spektakel erkundigen wir uns beim Haupteingang des Parks nach ärztlicher Beratung in der Nähe. Wir erhalten die Kontaktdaten eines Arztes, der im Valley Estate Medical Center in Chiredzi arbeitet und heute Dienst hat. Etwas traurig verlassen wir den in seiner Ursprünglichkeit, seiner nach wie vor intakten Wildheit, den einzigartigen Landschaften mit den Chilojo Cliffs und seinem Tierreichtum einmalig schönen Gohnarezhou National Park früher als geplant.

Ohne Schwierigkeiten finden wir das Medical Center in Chiredzi, bei dem es sich um eine Einrichtung handelt, über die der heutige Betreiber der Zuckerrohrfelder die medizinische Grundversorgung seiner Angestellten sicherstellen will. Obwohl es Sonntag ist, werden wir umgehend empfangen. Nach einigen Eintrittstests, die alle unauffällig sind, erhalten wir die Information, dass der diensthabende Arzt nach der Mittagspause wieder verfügbar sein werde. Entsprechend bleibt ausreichend Zeit für eine Unterhaltung mit dem Assistenzarzt sowie für eine eingehendere Begutachtung der medizinischen Geräte, der Einrichtung und der hygienischen Verhältnisse.

Bei mir als nicht direkt Betroffene stellt sich dabei ein eindeutiges Gefühl in der Magengegend ein. Bei einem kurzen Spaziergang an der frischen Luft unterhalte ich mich mit einem Ambulanzfahrer. Dieser erkundigt sich nach unserer Herkunft. Als er realisiert, woher wir kommen, sagt er (übersetzt): «Ah ja, Sie kommen aus der ersten Welt. Willkommen in der dritten Welt…» und drückt damit in wenigen Worten aus, was in meinem Kopf vor sich geht.

Als der diensthabende Arzt eintrifft, erkundigt er sich mit gezielten Fragen nach dem Zeitpunkt, dem Ort und der Art des Ereignisses sowie nach bisher verwendeten Medikamenten und Salben. Routiniert und kompetent kümmert er sich um die Veränderungen am betroffenen Bein. Nach kurzer Zeit stellt er ein Rezept für ein Schmerzmittel, eine Salbe und ein Antibiotikum aus. Er erkundigt sich nach unseren Reiseplänen und fordert uns auf, ihm alle paar Tage per WhatsApp ein Foto der Wunde zu schicken. So könne er den Heilungsprozess mitverfolgen und uns allenfalls einen Arzt auf unserer Reiseroute vermitteln oder neue Medikamente verschreiben. Beeindruckt von der Sorgfalt, Umsichtigkeit und ausserordentlichen Hilfsbereitschaft des jungen Arztes bedanken wir uns und versprechen am folgenden Tag wieder zu kommen, um die Behandlung zu bezahlen, da dies sonntags nicht möglich ist.

Erleichtert gehen wir auf die Suche nach den Medikamenten. Das Antibiotikum ist allerdings bei allen fünf Apotheken, die wir ausfindig machen können, ausverkauft. Angesichts der Situation richten wir uns wieder auf dem Campingplatz des Hippo Valley Country Clubs ein. Von hier kontaktieren wir die Rega, bei der wir innert kurzer Zeit fundierte Auskunft und eine Diagnose erhalten. Gemäss Auskunft des Arztes des Tropeninstituts, den die Beratungsärztin der Rega kontaktiert hat, handelt es sich mit grosser Wahrscheinlichkeit um African-Tic-Fever, das von einer Antilopenzecke verursacht worden ist. Unter den Notfallmedikamenten, die wir mitführen, befindet sich ein Antibiotikum, das sich gemäss Einschätzung des Spezialisten als geeignet erweist. So ist es möglich, umgehend mit der Behandlung zu beginnen.

Als wir am nächsten Morgen beim Medical Center eintreffen, um die Behandlungskosten zu begleichen, warten dort schon unzählige Menschen auf medizinische Hilfe. Unser Vorhaben ist schnell erledigt und bald sind wir auf dem Weg durch die Zuckerrohrplantagen zurück auf unserer Reiseroute.  

Die Plantagen sind mit einem ausgeklügelten Bewässerungssystem ausgestattet und verfügen über ein eigenes kleines Eisenbahnnetz. Von Zeit zu Zeit begegnen wir hohen Feuerwänden, die plötzlich wieder in sich zusammenfallen. Wir erfahren, dass die Zuckerrohrfelder kurz vor der Ernte gezielt angezündet werden, um das Ernten des Zuckerrohrs zu vereinfachen. Dies erklärt die schwarzbraunbeige Farbe des Zuckerrohrs, das auf Bahnwagen oder auf riesigen Lastern in die Mühlen gefahren wird, in denen Zucker, Melasse und Ethanol produziert werden.

Mit dem Anlegen der riesigen Zuckerrohrplantagen auf seiner Farm Triangel hat der Schotte Murray MacDougall während der Kolonialzeit seine Vision, im trockenen und äusserst regenarmen Lowveld im Süden des damaligen Rhodesien Zuckerrohr anzubauen, verwirklicht. Nachdem ihm jegliche finanzielle Unterstützung durch Finanzinstitute verweigert wurde, erstellte er zusammen mit seinen Angestellten in jahrelanger mühsamster Handarbeit eine Stauwehr am Mutirikwi River, einen 500 Meter langen Tunnel und einen 13 Kilometer langen Bewässerungskanal. 1931 konnte er seine Bauwerke in Betrieb nehmen und seine Felder zum ersten Mal künstlich bewässern. Sein Unterfangen war erfolgreich und nachdem er die erforderliche staatliche Genehmigung erhalten hatte, konnte er 1934 mit dem Pflanzen von Zuckerrohr beginnen. Schon 1939 wies Murray MacDougall eine Ernte von 100 Tonnen Rohzucker aus. Triangel Ltd. entwickelte sich in der Folge zu einem der bedeutendsten Wirtschaftsunternehmen der Kolonie.

Wir verlassen den Süden von Zimbabwe und fahren über Triangel nordwärts nach Masvingo und von dort weiter zu den Ruinen von Great Zimbabwe. Für die knapp 230 Kilometer wählen wir eine sekundäre Teerstrasse (secondary Tarroad) und vermeiden so die Schnellstrasse mit den vielen Lastwagen. Die abwechslungsreiche Strecke führt vorbei an kleinen traditionellen Dörfern und vermittelt einen Einblick in den harschen Alltag der Landbevölkerung.

Es ist Frühling und viele Felder sind schon für die kommende Regenzeit vorbereitet. Zwischendurch überqueren wir bewaldete Pässe. Mit ihren neuen farbigen Austrieben lassen die Bäume die Wälder in bunten Farben leuchten. Für unsere Kaffepausen suchen wir jeweils einen Schattenplatz, der nicht immer einfach zu finden ist, da das Thermometer schon vor dem Mittag gegen 35° C anzeigt.

Von der Provinzhauptstadt Masvingo mit aktuell etwa 90’000 Einwohnenden führt eine Teerstrasse direkt zu den Ruinen von Great Zimbabwe. Die Ruinen sind das bedeutendste Kulturgut des Landes und seit 1986 UNESCO-Weltkulturerbe.

Zur Erkundung der Ruinen haben wir eine Führung gebucht und sind gespannt, was uns erwartet. Helen, unser Tourguide, führt uns versiert durch die Bauwerke und erläutert geschichtliche Zusammenhänge, archäologische Details und gestalterische Besonderheiten.

Die Ruinen von Great Zimbabwe sind die grösste afrikanische Ruinenstätte südlich der Sahara. Die ältesten Bauten in der Ruinenstadt lassen sich auf das 6. Jh. n. Chr. datieren, wobei angenommen wird, dass die ältesten Wohnsiedlungen mit der Bezeichnung «Dzimba Dza Mabwe» (Häuser aus Stein) nicht vor dem 11. Jh errichtet worden sind.

Zuerst wurde der Hügelkomplex erstellt, der ab 1150 n. Chr. dauerhaft bewohnt wurde. Unterhalb dieses Komplexes starteten die Menschen im 14. Jh. mit dem Bau einer riesigen ringförmigen Anlage. Die Herrscher von Zimbabwe befanden sich in dieser Zeit auf dem Höhepunkt ihrer Macht. Ihr Reich umfasste ein Gebiet, das sich im Westen bis ins gegenwärtige Botswana und im Osten bis nach Mozambique ausdehnte. Sie beherrschten den Handel mit Gold und Elfenbein, wobei sie sich mit hohen Zöllen und Abgaben ihrer Untertanen Wohlstand und Reichtum sicherten. Es ist nach wie vor unklar, wie viele Leute in Great Zimbabwe gelebt haben. Die Schätzungen reichen von 2’000 bis 18’000 Personen. Die EinwohnerInnen von Great Zimbabwe ernährten sich hauptsächlich von Landwirtschaft und Rinderzucht. Sie waren geschickte Handelsleute und wussten Metall zu verarbeiten. Im 15. Jh. wurde Great Zimbabwe verlassen. Es wird angenommen, dass die zur Ernährung der Bevölkerung benötigten Ressourcen erschöpft waren. Great Zimbabwe geriet in Vergessenheit.

In Anlehnung an den Namen der Ruinenstadt wurde Rhodesien anlässlich seiner Unabhängigkeit im Jahr 1980 in Zimbabwe umbenannt. 

Nach dieser geschichtlichen und kulturellen Erweiterung unseres Horizontes verschieben wir uns auf vorwiegend guten Strassen weiter nordwärts. Nagelneue Strassen machen uns mittlerweile etwas misstrauisch, da diese dazu neigen, plötzlich in behelfsmässigen Umfahrungspisten zu enden, weil die alte Strasse umgegraben wurde, um einen neuen Belag einzubauen. Solche Provisorien bestehen meist mehrere Jahre, während derer sich die entsprechenden Pisten laufend verschlechtern. So ist auch auf längeren Fahrten für ausreichend Unterhaltung gesorgt…

Ausserhalb von Kwekwe, dem Stahl- und Eisenzentrum Zimbabwes und dem muslimischen Mittelpunkt des Landes machen wir Pause und bleiben für zwei Nächte auf dem Campingplatz, der auf dem Gelände des Wildlife Sanctuary «An Eye for The Wild» liegt. Dieses wird von einer Familie geführt, die verletzte Tiere aufnimmt, diese auf ihrer Farm pflegt, bis sie in die freie Wildbahn entlassen werden können. Sollte dies nicht möglich sein, können die Tiere für den Rest ihres Lebens auf der Farm bleiben.

Auf einer Tour durch die Auffangstation erfahren wir viele Details über die Tiere, die hier gepflegt werden. In den nächsten Tagen werden vier überzählige Zebras aus einem anderen Reservat eintreffen und hier wieder in die Freiheit entlassen. Ausserdem würden vier Giraffen, die seit einiger Zeit in einem Gehege an die neue Umgebung gewöhnt würden, ebenfalls frei gelassen.

Die Leiterin informiert uns über die Entstehung der Einrichtung und zeigt einige der Schwierigkeiten auf, mit denen Bewohnerinnen und Bewohner des heutigen Zimbabwes im Alltag konfrontiert sind. Sie betont, dass Zimbabwe glücklicherweise ein friedliches Land sei. Die Familie lebe nun in der fünften Generation auf dieser Farm, die heutzutage ein Wildreservat ist. Vor der Landreform sei die Farm bedeutend grösser gewesen. Das Leben in Zimbabwe erfordere viel Geduld und Durchhaltewillen. Sie gehe allerdings davon aus, dass der wirtschaftliche Tiefpunkt überschritten sei und hoffe, dass es wirklich langsam aufwärts gehe….

Wir geniessen unsere Zeit auf dem wunderschönen Campingplatz der offen an der Grenze zum Wildreservat liegt. Die unbegrenzte Sicht in die freie Natur und auf die typischen Wildtiere Afrikas übertrifft in Kombination mit den Abenden am Feuer die Werbespots eines jeglichen Reiseanbieters. 

Nach zwei erholsamen Nächten geht die Fahrt nach Norden für uns weiter. Zuerst ist Diesel tanken und Trinkwasser kaufen angesagt. Der Kauf von Nahrungsmitteln in Zimbabwe ist eine teure Angelegenheit. Vieles, das wir zum Kochen einkaufen, ist teurer als in der Schweiz und die Auswahl ist beschränkt. Am Strassenrand gibt es leider nicht viel zu kaufen. So ist eben der Speisezettel anzupassen…

Die Weiterreise führt über Chegutu, Kadoma, Chinhoyi, Karoi und Makuti weiter nordwärts. In Makuti zweigen wir nach Kariba ab und während der letzten 80 Kilometer führt unsere Route durch eine wunderschöne hügelige Waldlandschaft nach Kariba.

In Kariba richten wir uns auf dem Campingplatz der Logubandi Hotel Association unter hohen schattenspendenden Bäumen ein und erholen uns in der Bar bei einem Drink von der langen Fahrt. Wie so manches in Zimbabwe hat auch diese Anlage ihre besten Zeiten schon länger hinter sich. Ausgeprägtester Shabby Chic ist hier nicht Dekoration, sondern wirtschaftlich bedingter Standard.

Das Hotel liegt an einer kleinen Lagune, die direkt zum Karibasee führt. Allerdings ist der Wasserstand des Sees zurzeit so tief, dass in der Lagune nur ein kleiner Rest Wasser liegt und die Uferzone des Sees sich über eine weit grössere Fläche erstreckt als normal.

Der Karibastausee ist gemäss der Liste der grössten Stauseen der Erde der volumenmässig zweit- und flächenmässig siebtgrösste Stausee der Erde. Die Staumauer wurde 1959 nach dreijähriger Bauzeit fertiggestellt. Der See ist 290 Kilometer lang und bis zu 42 Kilometer breit. Damit ist er etwa zehn Mal so gross wie der Bodensee. Seine Tiefe beträgt maximal 97 Meter. Die Grenze zwischen Zimbabwe und Sambia verläuft durch den See und beide Länder nutzen das Wasser des Sees in je eigenen Anlagen zur Erzeugung von Elektrizität.

In einem Gespräch mit dem Betreiber der Hotelanlage erfahren wir, dass es seit 2019 nicht mehr genügend Regen gegeben hat. Die Situation sei prekär und sollte es nicht bald ausgiebig regnen, werde die Stromproduktion eingestellt werden müssen, da der See nicht mehr genügend pumpbares Wasser liefern könne. Harare, die Hauptstadt Zimbabwes, die zu einem grossen Teil auf den hier produzierten Strom angewiesen sei, werde sich in einem solchen Fall mit einem massiven Problem konfrontiert sehen.

Aufgrund des entzündeten Insektenbisses sind wir auf der Fahrt in den Norden Zimbabwes schneller unterwegs als beabsichtigt, da wir auf einige Aktivitäten vorsichtshalber verzichtet haben. So erreichen wir Kariba gut eine Woche früher als geplant. Unser Arzt in Chiredzi, dem wir in der Zwischenzeit ein Foto zugestellt haben, hat für den Moment keine weiteren Massnahmen empfohlen.

Da wir in der Umgebung von Kariba nicht eine ganze Woche verbringen wollen, erkundigen wir uns beim Betreiber der Karibasee-Fähre, ob es möglich wäre, unsere Fahrt über den See um eine Woche zu verschieben. Zu unserer Überraschung ist dies möglich und so sind wir schon am nächsten Morgen unterwegs zum Anlegeplatz der Fähre, der aufgrund des tiefen Wasserstandes allerdings verlegt werden musste. Auf der Fahrt dorthin ergeben sich unerwartete Schwierigkeiten, da der Weg durch ein Dorf führt und unser Auto nicht unter dem wunderschönen Mangobaum in der Mitte des Dorfes hindurch passt. Zur Lösung des Problems wird der störende Ast spontan entfernt. Wir bedanken uns mit einigen der Fussbälle, die wir für solche Situationen aus der Schweiz mitgebracht haben. Umgehend werden diese von Gross und Klein mit strahlenden Augen in Beschlag genommen.

Die Verladung der insgesamt fünf Autos, von denen unser Churi mit Abstand das grösste ist, verläuft zügig und routiniert. Entsprechend legt die Fähre pünktlich nach Fahrplan in Kariba ab. Die Fahrt über die 220 Kilometer bis nach Mlibizi wird ca. 22 Stunden dauern. Insgesamt befinden sich 17 Passagiere, der Kapitän, vier Küchenangestellte und vier technische Crew sowie der operative Manager der Kariba Ferries an Bord.

Über dem See weht eine angenehme Brise, womit die Temperaturen bedeutend angenehmer sind als an Land. Es stehen Kaffee, Tee und kalte erfrischende Getränke zur Verfügung. Die Stimmung ist friedlich und entspannt und angeregt werden Erlebnisse und weitere Reisepläne ausgetauscht. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt und das Essen, das an Land zubereitet wurde, ist überraschend vielfältig und sehr schmackhaft.

Der Luxus auf der 51-jährigen Fähre hält sich in Grenzen. Die sanitären Anlagen sind zweckmässig, genügen – je nach Ansprüchen – jedoch vollständig. Shabby Chic lässt auch hier grüssen… Geschlafen wird entweder auf Matratzen auf dem Boden innerhalb der Fähre oder draussen auf Deck. Alternativ stehen Sessel zur Verfügung, die auf kreative Art und Weise zu Schlafmöglichkeiten umgebaut werden können. Wir verbringen die Nacht drinnen, da draussen schon alle Schlafplätze belegt sind.

Die Überfahrt ist durchgehend ruhig, obwohl der Wind auffrischt und Regenwolken aufziehen, wodurch der erhoffte Sonnenuntergang leider zum grössten Teil den Wolken zum Opfer fällt.

Morgens um 10.00 Uhr legen wir planmässig in Mlibizi an. Aufgrund des tiefen Wasserstandes wird das Abfahren von der Fähre etwas knifflig. Nachdem alle Autos sicher an Land sind, verabschieden wir uns von unseren Mitreisenden aus Dänemark, Estland, Südafrika und Malta bzw. England, die sich alle mit unterschiedlichen Zielen auf die Weiterreise begeben.

Wir bleiben für zwei Nächte im Mlibizi Resort, um anschliessend Richtung Viktoriafälle weiter zu reisen. Für den restlichen Aufenthalt in Zimbabwe stehen uns noch gut zwei Wochen zur Verfügung, bis unser Visum abläuft. In dieser Zeit wollen wir als Schwerpunkte die Viktoriafälle und den Hwange National Park besuchen. Nach ein paar Tagen in Bulawayo, der zweitgrössten Stadt Zimbabwes, werden wir voraussichtlich Ende Monat nach Botswana weiterreisen.